Einschätzung zum Pascha

Daten und Eigenschaften

Technische Daten

Länge: 3,20m

Wasserlinienlänge:

Breite: 69cm (*)
(*) nachgemessen, manchmal tauche auch Werte von 75cm auf - eventuell war das bei älteren Generationen des Bootes so

Gewicht max incl Rucksack: 11kg

Gewicht min (ohne Schenkelstützen): 10,5kg

Wandergeschwindigkeit: 5,5 - 6,5 km/h je nach Paddler

Maximalgeschwindigkeit (Sprint): knapp 8km/h

Geschwindigkeit bei kraftvoller Ausdauerleistung über ein bis zwei Stunden: 7km/h

Links

Faltbootforum

Hersteller

ein russischer Anwender

Aufbau

  1. Bug incl. Spant einführen
  2. Heck ohne (!) Spant einführen
  3. Kielleiste montieren und spannen (Spannvorrichtung nach hinten!!!)
  4. obere Senten (Dollbord) montieren - im vorderen Spant mit den Dornen fixieren
  5. hinteren Spant montieren - er verriegelt nun die Spannvorrichtung
  6. Dollbord mit den Dornen am Spant fixieren
  7. übrige Senten montieren
  8. zu 2/3 aufpumpen
  9. Süllrand einbauen
  10. beladen
  11. voll aufpumpen
  12. gemütlich machen (Sitz, Lehne ....)
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Die Eigenschaften

Größe:

Das Faltboot ist mit einer Länge von 320cm untypisch kurz. Damit ist es aus meiner Sicht nicht unbedingt für die Recken unter uns Paddlern geeignet. Wenn man Gepäck unterbringen will ist es mit langen Beinen im Bug knapp.

Dafür ist das Boot bei der geringen Länge natürlich sehr wendig ohne den Gradeauslauf zu sehr zu beeinträchtigen. Ideal ist es aber vor allem auf Kleinflüssen.

Zulandung:

wenn die eigene Körpergröße es zulässt, einen Teil des Gepäcks im Bug unterzubringen sind 3-Tage touren bequem ohne Deckslast machbar. Längere Touren sind auch möglich, dann sollte man aber mit Deckslast kalkulieren und eventuell einen Teil der Klamotten als Sitzfläche verwenden und sich eine kleine Knierolle basteln. Im Gegensatz zu machen anderen Einer-Faltbooten bietet der Pasche kaum Möglichkeiten Gepäckstücke von Mitpaddlern aufzunehmen

In jedem Fall ist bei einem Boot dieser Art nötig beim Gepäck ordentlich zu planen und eher kleinteilig zu packen.

wie packe ich:

Bug: ein großvolumiger Packsack (fluffig gepackt) Inhalt ca.20 Liter (Klamotten) den stopfe ich mit den Füßen ordentlich in die Spitze.

Heck: langer 20 Liter Sack, länglicher 12 Liter Sack, 6,5 Liter Kentertonne mit Futter, 3 Liter Sack mit den wertvollen Dingen

Kleinkram (Tasse, Kocher passt in die Lücken)

Bei Bedarf - auf dem Heck: Bootswagen und einen 12-15l Sack mit Leichten Dingen.
Bei Bedarf - auf dem Bug unterm DeckNetz: kleiner Sack(8l) und allerlei Krempel
Bei Bedarf - kleine Knierolle (Regenkleidung) und ein paar Klamotten unter dem Hosenboden

!!!Wichtiger Tipp: Bei Gepäckfahrte sollte man die Luftschläuche erst nach Beladung endgültig aufblasen. Da sie relativ viel Volumen beanspruchen, passt sonst deutlich weniger Gepäck ins Boot.

Gewicht:

fast unschlagbar - es gibt derzeit kaum Boot die weniger auf die Waage bringen. Und wenn dann sind es 1 bis 2 kg die man entweder sehr teuer bezahlen muss (Hightec-Karbon....) oder sich mit Kompromisse hinsichtlich der Stabilität erkauft (Hybridboote)

Packmaß:

das könnte bei Größe und Gewicht des Bootes kleiner sein. Die längsten Einzelteile sind ca.130cm lang. entsprechend lang ist der ganz ordentlich konzipierte Rucksack. Der Rucksack bietet noch genug Platz für diverse andere Ausrüstungsteile oder einen zweiten Pascha ;-)

Qualität und Konstruktion:

Ganz kurz - irgendwie typisch russisch - einfach und zweckmäßig - ohne Schnickschnack.

Die Haut ist relativ dünn - für den Einsatz im WW empfehle ich, die Haut im Bereich der Spanten außen zu verstärken. Das verhindert Perforation der Haut wenn es zu heftigen Steinkontakten kommt.

Ansonsten scheint alles gut und haltbar verarbeitet zu sein. Die Nähte kann man bei Bedarf selber abdichten.

Aufbau:

den bezeichne ich mal als unkompliziert, wenn man es ein paarmal gemacht hat. Wegen der geringen Anzahl an Teilen geht es auch recht schnell. Bei Gepäckfahrte sollte man die Luftschläuche erst nach Beladung endgültig aufblasen. Da sie relativ viel Volumen beanspruchen passt sonst deutlich weniger Gepäck ins Boot.

Fahreigenschaften:

.... demnächst ein paar fundierte Äußerungen von Christoph

Kartenskizze

Video

 

3 - Ein paar Worte zur Geschwindigkeit

Ja die Geschwindigkeit ist nicht nur unter Sportlern eine Thema, sondern oft auch unter den Freizeit-, Genuss- , und Wanderpaddlern. In den Einschlägigen Foren wird die Geschwindigkeit von diversen Booten heiß diskutiert. Aus meiner Sicht sind diese Diskussionen im beschriebenen Einsatzsegment nicht sehr relevant.

Warum?

Es sind einfach Erfahrungswerte. Im normal Einsatz beim Wanderpaddeln liegt die Geschwindigkeit aller von mir gefahrenen Boote auf sehr ähnlichem Niveau (im Bereich von 6,0 bis 6,5 km/h wenn ich im Boot sitze und das Boot mit dem üblichen Gepäck beladen ist). Fällt ein Boot bei einer Tour merklich zurück, liegt es an der Mannschaft oder an der Pausenhäufigkeit. Natürlich gibt es Geschwindigkeits unterschiede zwischen den verschiedenen Bootstypen wie Grabener Einer Gummiwurst und einem 6 Meter langem Ladoga 2. Diese machen sich aber nur in den Bereichen oberhalb des üblichen Wandertempos bemerkbar. Da haben die langen Boote einfach mehr viel mehr Reserven. Aber ganz ehrlich, wann ist es schon nötig für 2 Stunden ein zügiges Tempo zu erreichen oder wann ist ein 500m Sprint nötig?

Wie definiere ich Wandergeschwindigkeit

Das ist für mich die Geschwindigkeit die ich ohne nennenswerten Krafteinsatz für einen ganzen Tag auf dem Wasser konstant halten kann. Genau wie beim Wandern zu Fuss, mit den Ski oder bei einer Radtour.

Was ist die Spitzengeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit die bei maximalem Krafteinsatz über kurze Strecken Erreichbar ist und durch die Geometrie des Bootes begrenzt wird (Rumpfgeschwindigkeit)

Rumpfgeschwindigkeit

Hier erstmal was zur Theorie, den Zusammenhängen und den verschiedenen Typen von Booten und Schiffen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Verdr%C3%A4nger_und_Gleiter

http://de.wikipedia.org/wiki/Rumpfgeschwindigkeit

http://www.seekajakforum.de/forum/read.php?1,37853,37900

Bei Faltbooten handelt es sich um Verdränger. Bei diesen kann man folgende Formel zur Ermittlung der theoretisch erreichbaren Maximalgeschwindigkeit nutzen.

v \approx 4{,}5 \cdot   \sqrt{l_\mathrm{wl}}\;\mathrm{km/h} \; \approx \;   2{,}43\cdot\sqrt{l_\mathrm{wl}}\;\mathrm{kn}

wobei lwl die Wasserlinienlänge des Bootes in Metern ist.

Ich habe das mit verschiedenen Faltbooten getestet und kann sagen, dass diese Näherungsformel ziemlich gut funktioniert. Nur das Grabner Schlauchboot war da deutlich vom theoretischen Wert entfernt. Das lag sicher daran, dass die Wasserlinie im Einsatz meist deutlich kürzer wird und das Boot bei heftigem Einsatz der Paddel auch etwas im Zick-Zack fährt. Es ist eben nicht so steif wie Faltboote.

Ein paar Bsp.

Boot Wasserlinienlänge Rumpfgeschwindigkeit
Pascha 3,05 7,86
Grabener Explorer (Einer) 3,85 8,83
Ladoga 1 (Einer) 4,70 9,76
Klepper Aerius (einer) 4,40 9,44
k-light (Einer) 3,7 8,66
E65 (Einer) 4,40 9,44
Wisper 4,65 9,70
     
Klepper Aerius (Zweier) 5,10 10,16
RZ 85 (Zweier) 5,40 10,46
Ladoga 2 (Zweier) 5,85 10,88
Vuoksa 3 (Zweier/Dreier) 5,70 10,74
     
     
     

 

Man sieht schon bei diesen theoretischen Werten der reinen Spitzengeschwindigkeit innerhalb der Bootsklassen kaum Unterschiede - und in welcher Situation ist dieser Wert in der Praxis relevant ? ...

Die Geschwindigkeit beim Pascha am Beispiel.

1. Nov. 2009

Stehende Gewässer südlich des Rhins

volles Reisegepäck für Eine Person (incl. Zelt, Bootswagen, Küche)

Ich bin zumeist zügig duchgepaddelt nur am Anfang habe ich einige Fotostops gemacht, bei Halbzeit gab es eine Mittagspause und gegen Ende eine Umtragestelle.

Bild


Bemerkungen:

um die GPS-typischen Geschwindigkeits-"Zappel"-Kurven zu vermeiden erfolgte die Geschwindigkeitsdarstellung in 1km-Runden.

Am Anfang etwas gemütlich (Foto und Video)

später konstant im Bereich zw. 6 und 6,5 km/h

teilweise sogar um die 6,7 km/h

Geschwindigkeiten unter 6 km/h entstanden durch Umtragen oder Pausen

Nach den fast 30 km war ich nicht mehr ganz frisch, so dass ich behaupte die erreichten Geschwindigkeiten waren ganz knapp über meiner Wandergeschwindigkeit.

Fazit: ich kann im Pascha sicher mit jeder "normalen" Wandertruppe mithalten. Sollten dabei Geschwindigkeiten ab 7km/h im Schnitt gefahren werden wird es sehr hart - auch schon erlebt. Ein RZ85 mit zwei starken Männern als Besatzung ist zu schnell. Dann muss man das fehlende halbe km/h ausgleichen in dem man beim Ablegen nach Pausen ein Tick schneller ist als die RZ Besatzung.

 


Son


Son


Mon