2 - Informatives

Aktualität

September 2005

September 2009

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Startpunkte

  • Die Obra bietet den großen Vorteil An- und Abreise mit der Bahn zu realisieren.
  • Anreise:
  • Rückreise: Gorzów Wielkopolski - Küstrin/Kostrzyn - Berlin-Lichtenberg 2:45 h
  • Wenn man mit dem Auto anreist bietet sich die Brücke Kopanica als Startpunkt an.

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Anfahrt, Rückfahrt und Transport

Bahn:

Wir sind mit der Bahn und Bus an- und abgereist.
Die Busfahrt war allerdings nicht geplant, ist normalerweise auch nicht nötig.

Anreise:
Berlin-Lichtenberg - Frankfurt/Oder - Zbaszyn 3:30 h

Rückreise:
Gorzów Wielkopolski - Küstrin/Kostrzyn - Berlin-Lichtenberg 2:45 h. Wobei wir aus bestimmten Gründen auch mal mit dem Bus zur Polnisch - Deutschen Grenze gefahren sind.

Auto:

mit dem Auto kann man ein paar Kilometer oberhalb unseres Startpunktes einsetzen. Wie man die Autorückholung organisiert ....?

Ausrüstung und Proviant

Wer hat sollte seine Eqipment für robustere Touren mitnehmen. Die Strecken mit vielen Baumhindernissen beanspruchen das Material ordentlich. Säge und Axt sind von Vorteil. Auch ein Wurfsack oder etwas was man als solchen mißbrauchen kann ist hier und da hilfreich um die Boote duch knifflilge Stellen zu ziehen.

Die Strömung würde ich überall als Zahmwasser bezeichnen. Nur an wenigen Stellen wird es durch die Kombination von Baumhindernissen und etwas stärkerer Strömung kniffelig. Aber auch wir mit unserem russischen Schlachtschiff sind überall ganz gut durchgekommen.

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Bootsverleih

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Quellen und Links

  • wir hatten die offiziellen polnischen topografischen Karten (1:100.000) und eine Touristenkarte aus dem polnischen Fremdenverkehrsbüro (1:200.000) dabei
  • es gibt aber auch eine Obra-Version der guten Wasserwanderkarten vom Pascal-Verlag
  • DKV-Auslandsführer NO-Europa
  • Obra auf riverweb.de

Kilometrierung

Die in Deutschland erhältlichen Kilometierungen stimmen hinten und vorne nicht (DKV-Flussführer und www.kanusport.at) Ich habe die Strecke mit GPS protokolliert und am PC nachgemessen.

Meine Kilometrierung beginnt an der Brücke Kopanica und endet an der Mündung in die Warta. Bis zur Eisenbahnbrücke in Gorzów Wielkopolski sind es dann noch 32 km. Die beiden Hindernissreichen Streckenabschnitte sind mit Angaben zur Anzahl der Baumhindernisse versehen. So kann sich jeder ein Bild machen was ihn erwartet. Wir haben dort mit einem Boot und zwei Mann etwa 2-3 km in der Stunde geschafft.

Hindernisstrecken mit 222 Baumhindernissen
KM Bemerkung
5,7 km in 2 Stunden Swiety Wojclech (Bahnbrücke) - Gorzyca
20 Bäume
6 km in 3 Stunden Gorzyca - Beginn des Stausees Bledzew
40 Bäume
10 km in 3:30 Stunden Stausee Bledzew - Stary Dworek
60 Bäume
5 km in 2:10 Stunden Stary Dworek - Lisia Gora
60 Bäume
6 km in 2:45 Stunden Lisia Gora - Skwierzyna
32 Bäume
2,5 km in 45 Minuten Skwirzyna - Mündung in Warta
10 Bäume

Maximal 10 Prozent der Hindernisse waren mit einem gewissen Aufwand (Umtragen, Axt oder Boot rüberziehen) verbunden. Die restlichen Stellen waren schon bearbeitet aber immer eng und bei stärkerer Strömung auch nicht leicht zu umschiffen.
Viele der Baumhindernisse bestehen aus mehreren Bäumen in kurzen Abständen, man mus also oft auf kurzer Strecke (5-25 Meter) von einer Flussseite zur anderen steuern, um die Lücken zu treffen. Mit langen Booten kann es da schon schwierig werden.

Kilometrierung bis zur Mündung
KM Bemerkung
0 Brücke Kopanica
12,4 Beginn Jez Zbaszynskie / Brücke Nw Wies. Zpaska
17,7 Ausfluss aus dem Jez Zbaszynskie östliches Ufer, etwa Mitte des Sees
18,2 Wehr rechts umtragen - 80 Meter
29,3 Beginn Jez Lutol
31,1 Ende Jez Lutol (einige schöne Biwakplätze)
36,3 Brücke Trzciel
38,8 Beginn Jez Wielkie (Reservat - Befahren verboten)
41 Ende Jez Wielkie (Reservatsende)
41,9 Obra am westl. Ufer des Jez Rybojadl
42,8 Wehr links Befahrbar
51,6 Försterei Ransko mit Biwakplatz
54,3 Autobrücke Policko
70,3 Autobrücke Miedzyrzecz
81,8 Biwak Gorzyca
92,6 Beginn Stausee Bledzew
95,5 Ende Stausee Bledzew - Staumauer
105,8 Stary Dworek
112,2 Lisia Gora
117,7 Autobr Skwierzyna
120,3 Mündung in die Warte

 

Zusatzetappen

+ 18 km Seenkette nördllich von Trzciel Hin und Zurück
+ 17 km (evtl. mehr) Struga Jeziorna (Seenfließ) Hin und Zurück
+ 32 km zur Bahnbrücke Gorzów Wielkopolski

Charakteristische Etappen:

Etappe 1: Jez Zbaszynskie - Reservat

  1. ein paar hamlose Baum und Strauchhindernisse
  2. eher offenens Gelände (Schilf)
  3. auf halber Strecke ein paar kleine Seen mit Wald
  4. evtl. Angestautes Treibgut welches auf ein paar Meter die Weiterfahrt behindert (mit Anlauf durch)
  5. Zu Beginn Geruchsbelästigung für ein paar km, aber es hat sich in den letzte Jahre deutlich gebessert
  6. ab Mitte August gesperrter See Wielkie (Vogelreservat) 4-5km Landtransport parallel zum Fluss nötig

Etappe 2: See Wielkie - Stadt Miedzyrzecz

  1. mehr Wald, teilweise hohe steile Ufer, urwüchsig auf einigen Abschnitten
  2. weiterhin leichte, selten Hindernisse
  3. ausschließlich Flussfahrt

Etappe 3: Stadt Miedzyrzecz - Jez. Bledzewski

  1. zunächst noch einige km hindernissfrei
  2. später auf ca 8-10 km durch urigen Wald sehr hindernisreich - Hindernisse sind aber oft (nicht immer) freigesägt. Slalom muss man aber trotzdem fahren und sich durch die engen Schneisen zwängen - Hindernisse können tauchen im Abstand eines Steinwurfes aufeinander folgen
  3. fast auf halber Strecke zwei empfehlenserte offizielle Biwakplätze
  4. vor dem Stausee wird der Fluss breiter und die Hindernisse verschwinden
  5. trotz der Hindernisse ein wunderschöner Abschnitt - man braucht nur etwas länger - aber es ist aus meiner Sicht mit jedem Boot machbar (Vuoksa3-565cm, Ladoga1 480cm)

Etappe 4: Jez. Bledzewski (Stausee) + Struga Jeziorna (Seenfließ)

  1. Stausee liegt sehr schön von Wald umgeben mit vielen Buchten
  2. die Seenkette zweigt von Hauptroute ab und ist ein Traum - Idylle pur - Glas klares Wasser - hier ist es richtiger Urlaub
  3. die Seenkette ist eine Sackgasse - aber eine die sich lohnt

Etappe 5 Staumauer/Kraftwerk - Warta

  1. hinter KW kann es unter Umständen sehr wenig Wasser geben (meine zweite Tour), dann wird es für 2-3 km mühevoll sich duch die trocken liegenden Baumleichen zu kämpfen
  2. dann offene Sumpflandschaft mit vielen toten aber noch stehende Bäumen - recht reizvoll - einige Baumhindernisse aber nicht tragisch
  3. nun wird es heftig - 20km Hindernisse ohne Ende - großflächig - seltener freigesägt - definitiv nichts für die Familientour - am Ende der Strecke ist man am Ende
  4. selbst am Stadtrand (Skwierzyna) nehmen die Hindernisse kein Ende und sind oft nicht leicht zu überwinden
  5. das Gefälle nimmt zu und bei höherem Wasserstand ist mit noch mehr Schwierigkeiten auf Grund der Strömung zu rechnen (!!!)
  6. Hindernisse erstrecken bis zur Mündung
  7. wenn man kann sollte man diese 20 km auf 2 Tage verteilen, wenn nicht ist man am Ende des Tages echt kaputt

Etappe 6 Mündung bis Gorzów Wielkopolski

  1. Hier kann man sich von den Strapazen erholen
  2. zügige Strömung (wie Oder oder Elbe)
  3. breiter Fluss aber nicht langweilig für einen Tag
  4. Gute Anbindung an den Bhf. Gorzów Wielkopolsk

Umtragestellen

  1. Wehr nach Jez Zbaszynskie (bei Zbaszyn)
  2. Staumauer KW Stausee Bledzew
  3. kleines Wehr im Nebenabschnitt Struga Jeziorna (Seenfließ)

 

 

 

Das Revier - Die Charakteristik

bildWie auch Pliszka und Drawa war die Obra ursprünglich ein Fluss den mir ein Pole in Thailand ans Herz gelegt hatte. Nachdem wir auf der Pliszka schmerzvoll erfahren mussten was sich die Polen so unter familientauglichen Flüssen vorstellen wurde diesmal ausgiebig recherchiert. Leider waren die zu bekommenen Infos wie oft bei Flüssen jenseits der deutschen Landesgrenzen recht sperlich. Das alleine ist ja kein Problem, wenn die Infos zumindesten einheitlich gewesen wären. Die meisten haben immer nur Teilstücke befahren. Besonders der spektakuläre Unterlauf gab Rätsel auf. Es war keine Info zur Befahrbarkeit bis zur Warta zu erhalten. Irgendwann vor einigen Jahren war die Befahrung wohl möglich. Zweite Hand Infos von Polnischen Tourenveranstaltern aus dem Vorjahr sprachen von totaler Sperrung auf den letzten etwa 20 km (wegen Bieberschutzgebiet). Ausserdem kein Wasser mehr im Fluss und massenweise Baumhindernisse. Nach langem Hin und Her und intensivem Kartenstudium gingen wir davon aus wenigstens Skwierzyna (Bhf.) irgendwie zu erreichen (im Notfall auch per Anhalter). No risc no fun. Jeder der die Obra fahren will hat nun ein paar brauchbare Anhaltspunkte.

  • West-Polen
  • Zahmwasser
  • Bieberschutzgebiete mit entsprechenden Baumhindernissen (fast als zahllos zu bezeichen)
  • Abwechslungsreich (Seen, urwüchsige Wälder, Sumpf- und Schilfgebiete)

BildDie Obra ist ein recht einsamer Fluss, der nur wenige größere Orte berührt. Sie durchfließt 10 Seen unterschiedlicher Größe. Ansonsten fließt die Obra oft in großen Schleifen durch hohe, herrliche Wälder. Die Strömung ist träge nur auf den letzten 20 km wird manchmal knapp WW1 erreicht. Dort hat man kleine Stromschnellen und Felsen (besser ein paar größere Klamotten) im Fluss.
Alle Infos deuten auf eine Befahrungsdauer von 7 Tagen hin. Mit ausgiebiger Nutzung aller Abstecher kann man das auch auf 10 Tage ausdehnen.

stellvertretenes Zitat aus demFaltbootforum:
Wen ich bisher fragte (von denen, die sie fuhren), der schwärmte von der Urwüchsigkeit der Obra und der abwechslungsreichen Landschaft, die jener der Drawa ähneln soll.
Inzwischen war ich auf der Drawa und kann das Zitat unterschreiben zumindestens was den grundsätzlichen Paddelspaßfaktor betrifft. Allerdings gibt es schon ein paar Unterschiede in Flusscharakter und Landschaft. So dass es sich lohnt beide Flüsse zu endecken.

Meine Meinung:
Die Obra ist ein aussergewöhnlich abwechslungsreicher Fluss. Flache Wiesen und Sumpflandschaften wechseln sich mit tiefen urigen Wäldern ab. Oft windet sich der Fluss in engen Schleifen an hohen Ufern durch tiefe Wälder. Die Seen sind ausnahmslos wunderschön und von Wäldern umgeben. Einzig die Wasserqualität auf einigen Abschnitten scheint recht bedenklich. Empfindliche Nasen haben da keine Freude. Aber man gewöhnt sich an alles.

Bemerkungen

Abseits des Wassers

BildAm Rande der Strecke haben wir uns nur Miedzyrzecz angesehen. Nach einigen Tagen Einsamkeit bietet die Kleinstadt etwas Kontrast und gute Einkaufsmöglichkeiten. Hier kreutzt übrigens der Radfernweg R1 den Lauf der Obra.
Sehenswert ist die alte Slawische Burgruine.
http://de.wikipedia.org/wiki/Międzyrzecznk

Schwierigkeiten

  • BildWehr in Zbaszyn (80 Meter umtragen)
  • ab Mitte August gesperrter See Wielkie (Naturreservat) 4 km umfahren oder ....
  • kleine Stufe auf dem Abstecher Nr.2 (Struga Jeziorna)
  • Staumauer am Stausee Bledzew - der diensthaben Techniker öffnet die Tor zum Umtragen (ca. 250 Meter)
    Diverse Baumhindernisse speziell auf zwei Streckenabschnitten (5-10 Prozent erfordern kompliziertere Aktionen der Rest war ohne Auszusteigen zu beweltigen) - unten mehr
  • Am Einen oder Anderen alten Wehr oder an Brücken muss man vorsichtig sein.
  • Die Strömung im Unterlauf wird teilweise schneller und macht das slalomfahren um die Baumhindernisse mit einem 562 cm lagen Vuoksa3 oder ähnlichen Booten schwierig, da die Durchfahrten meist sehr eng sind.
  • kurz vor Skwierzyna (Ende der Obra) war kaum noch Wasser im Fluss (keine Ahnung wohin es abgeleitet wird) - also ab und zu treideln und Vorsicht bei den Steinen im Fluss
  • An einigen Stellen verfängt sich allerlei Treibgut (Äste, Blätter, Wasserpflanzen ...) in den Baumleichen im Fluss so bilden sich nahezu undurchdringliche Hindernisse im Fluss.
  • Viele Baumleichen liegen einige Zentimeter unter Wasser, es sieht also so aus als ob man einfach rüber fahren kann. Problem sind dann aber die Ästreste an den Stämmen, die können zu echten Bootskillern werden.
  • An den meisten Baumhindernissen hat man allerdings schon mit Axt und Säge Hand angelegt und kleine Durchfahrten geschaffen, durch die man sich durchzwängen kann

Zitate von anderen Quellen

www. ...

 

*** Ende des eingebetteten Blocks ****