10-Seen-Fahrt - Die perfekte Einsteigertour um
süchtig nach mehr zu machen

1 - Die Tour

Wer und Wann

Katrin & David H., David P., Sergej, Holger, Thorsten

2 Tage in 2001 - also die ideale Schnuppertour für Neugierige

>>> Galerie

>>> GPS-Track

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Die Strecke

36 km (18 km + 18 km) mit Start und Ziel in Wustrow.

Gestartet sind wir am Plättinsee also in östliche Richtung.

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Kartenskizze

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3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Vorgeschichte

Seit Monaten gabe es auf Arbeit und unter Freunden ständig Diskusionen ob man nicht mal ein gemeinsame Paddeltour machen sollte. Seit zwei Jahren war ich ja mit einigen alten Freunden wieder ab und zu mit Faltbooten auf den Seen und Flüssen im weiteren Berliner Umland unterwegs. Beim letzten Besuch in Davids alter Heimat hat er nun zum ersten Mal Faltboote live gesehen - ich glaube bei einer Wanderung mit Freunden in der Nähe von Minsk. Irgendwie hat der Anblick der Boote auf einem weißrussischen Fluss etwas in ihm ausgelöst, was ihn dazu brachte auf mein Angebot eine Paddeltour zu organisieren zurück zu kommen.


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»Die Tour

Da brauchte er mich nicht zweimal bitten. Ein paar Wochen später stand die Paddeltruppe. Neben David und mir kamen noch David Nr.2, Katrin, Thorsten und Davids Sohn Sergej dazu. Die Bootsflotte bestand aus meinen beiden RZ's und ein einem RZ aus Katrins Familie. Diesem Boot wurde während der Tour eine ganz besonders zuvorkommende Behandlung zuteil.

Die Besitzer dieses Bootes legen wohl sehr viel Wert auf eine besonders schonende Behandlung des guten Stückes. Üblicherweis wird das Boot nur ein oder zweimal im Jahr ein paar Kilometer auf dem heimatlichen See bewegt und anschließend nach allen Regeln der Kunst gesäubert und wieder ordentlich verpackt. Wenn PVC nicht wärmeempfindlich wäre würden die Besitzer das gute Stück sicher auch noch bügeln. Erstes organisatorische Problem (besser, Herausforderung) war die Tatsache, das wir nur einen praktizierenden Autofahrer in der Runde hatten. Allerdings war es kaum möglich 6 Mann und 3 Zweier-Faltboote in einen Opel Vektra unterzukriegen.

Garnicht zu reden von der übrigen Ausrüstung. Und eine Bahnverbindung nach Wustrow gibt es nicht. Mein lieber Bruder Norman war aber so freundlich mir mal wieder seinen Firmen-transporter auszuleihen womit dieses Problem gelöst war. Eine gemütliche Fahrt war es aber trotzdem nicht, jedenfalls nicht auf der Ladefläche, wo noch in Berlin eine Kanister Verdünnung auslief. Aber es gibt ja Leute die stehen auf Lösemittelaroma. Leicht benebelt kamen wir dann irgendwann am frühen Nachmittag in Wustrow an .Eigendlich wollten wir ja heute schon ein paar Kilometer paddeln aber das war nicht mehr zu machen.

Der Bootsaufbau dauerte auch seine Zeit, schließlich war ich der einzige der im Aufbau von Faltbooten eine gewisse Erfahrung mitbrachte. Und drei Boote das dauert. Irgendwann waren die Boote dann fertig und die Zelte aufgebaut. Bis zum Abendbrot war noch Zeit für eine erste Paddelrunde auf dem wunderschönen, ruhigen Plättinsee. Anschließend wurde der Grill aktiviert und die Vodkaflasche rausgeholt. Da Thorsten genau wie ich eher zu den "sehr wenig Trinkern gehören" habe ich bei der Planung darauf bestanden, dass eine Flasche Vodka für 2 Abende reichen muss.

Am Abend kam es dann wie es kommen musste, die russische Gewohnheit, leere Gläser beim trinken nicht zu dulden, führte zum schnellen Versiegen des Flascheninhalts. Unter dem Einfluss einiger Millilieter des geistigen Getränks bermerkte ich (leicht mit der Zunge anstoßend) - Zitat "... so eine Flasche zu siebend ist ja nix ..." (wir waren nur fünf!!!).
Dieser Ausspruch ist unter den Wikingern mitlerweile zum Running Gag geworden und mein Ruf als Nichttrinker ist seither auch hin.

Am nächsten Morgen gings nach dem Frühstück und Bootspacken bei noch ganz gutem Wetter endlich los. Nach dem schon völlig einsamen Plättinsee folgten dann idyllische Kilometer auf der Schwanenhave. Zunächst ist sie so schmal und flach, dass wir teilweise treideln mussten Später im wird sie dann breiter und man kommt sich wirklich vor als würde man wiet ab jeder Zivilisation durch völlig unberührte Natur paddeln. Ein echter Genuss.

Ich kann jedem nur raten sich auf diesen paar Kilometern viel Zeit zu lassen es lohnt sich. Die Einfahrt in die Schwanenhavel ist recht eng und im Schlifgürte des Sees leicht zu übersehen. Weiter geht es auf dem Kammerkanal zum Drewensee und kurz dannach unter der in dieser Gegend einmaligen hölzernen Hausbrücke zum winzigen Finowsee. Nach weiteren Fluss- und Seeabschnitten erreichen wir am spätern Nachmittag Priepert. Langsam wurde es Zeit ein Nachtlager zu finden. Am folgende Ellbogensee wird wohl was passendendes zu finden sein.

Während ich mich um Trinkwasser kümmerte, luden die Anderen aus und fingen an sich um das Nachtlager zu kümmern. Am nächstgelegenen Haus mit Trinkwasser bekam ich den Tipp noch 200 Meter weiter zur sogenannten Paradieswiese zu paddel. Der Tipp war so lohnend dass wir wirklich trotz entladener Boote und halbaufgebauter Zelte nochmal umzogen. Mittlerweiele ist dieser paradiesische Biwakplatz leider umgepflügt und mit Jungbäumen bepflanzt (seit 2002).

Im Laufe des Abends deutete sich schon langsam ein Wetterumschwung an und am nächsten Morgen wurden wir von Dauernieselregen begrüßt. Ach, wie schwer fällt es bei miesem Wetter aus dem Schlafsack zu kriechen. Aber was bleibt anderes übrig am Abend müssen wir wieder in Wustow am Auto sein. So wurden während des ganzen Tages fast ständig von mehr oder weniger starken Dauerregen begleitet. In Canow war dann auch unbedingt ein Gasthausbesuch nötig um sich für die letzten Kilometer aufzuwärmen, zu trocknen und was zu futtern. Danach war die allgemeine Stimmungslage auch wieder deutlich besser.

Die letzten Seen und Fluss-abschnitte waren wieder sehr einsam und wir auch wieder in der Lage das zu genießen. So ein Scheißwetter hat immer den Vorteil, dass sich kaum jemand sonst aufs Wasser wagt. Jedenfalls kamen wir pünktlich, wenn auch puddelnass in Wustrow an. Nach einem von David zubereiteten seher fettigen Imbiss ging das Einpacken fix und um 19:00 Uhr war Mensch und Material im immernoch nach Verdünnung riechenden Auto verladen. 50 Kilometer später hatte ich noch das dringende Bedürfniss den fetten Imbiss wieder auszuko..., die Kombination schlechtes Wetter plus fettes Essen pluss Verdünnung ist wohl nicht für mich.


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»Fazit

Trotz der kleinen Panne und des nicht perfekten Wetters haben sich alle Beteililgten in den folgenden Jahren immer wieder mit mir aufs Wasser gewagt. Teile der abgefahrenen Strecke wurden auch immerwieder in spätere Touren eingebaut. Also überwogen am Ende die positiven Erinnerungen und Eindrücke. Sicher wird die Tour auch mal bei schönem Wetter gemacht. Landschaftlich und von der Streckenlänge ist die Tour auf jeden Fall der ideale Einstieg in das Paddeln.


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