Eine Horde Krankenhausmenschen und ein paar
Normale

1 - Die Tour

Wer und Wann

Silvana, Jan, Uwe, Mung, Dieter, Martina und Mann, Rashid, Ulli, Holger, .... ich bekomme nicht mehr alle zusammen

4 Tage für die denen das WM Finale nicht so wichtig war

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Die Strecke

69 km (10km - 24km - 17km - 18km)
Dahme - Köhtener See - Unterspreewald - Spree - und zurück

diesmal sind wir wegen der Leihboote in Märkisch-Buchholz gestartet.

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Karte


Kartenskizze

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Das Revier

ausgedehntes und weitverzweigtes Fluss- und Kanalsystem mit vielen Selbstbediennungsschleusen

Bemerkungen

Abseits des Wassers :

Die hübsche Spreewaldorte sind im Sommer oft etwas überlaufen, ein Landgang lohnt aber trotzdem.

Schwierigkeiten:

keine

Zitate von anderen Quellen

www.


3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Wie kam es dazu

Keine Ahnung wer auf die Schnappsidee kam die halbe Belegschaft des DRK-Kranken-hauses Westend zum Paddeln einzuladen. Wahrscheinlich war zu erst nur eine ganz normale 3 bis 4 Tagepaddeltour mit den üblichen Verdächtigen geplant. Das hat sich dann irgendwie unter den Ärzten und dem Pflegepersonal in besagtem Krankenhaus rumgesprochen und nach und nach wurden es immer mehr Interessenten. Hier wurde mir zum erstenmal klar welchen organisatorischen Mehraufwand es bedeutet soviele Leute unter einen Hut zu bringen. Erstes Problem 4 Mann wollen 4 Tage paddeln, 3 Mann wollen 3 Tage paddeln und der Rest nur Sonnabend und Sonntag.

Welche Strecke bietet sich an unter dem Gesichtspunkten: Bootsverleih mit guten Booten, lange gemeinsam paddeln, am Ende bequem die Autos erreichen und nicht zu kompliziert für Paddleanfänger.
Die Wahl fiel auf den Unterspreewald für Sa./So. und das Dahme-Spreegebiet um Märkisch-Buchholz. In Märkisch-Buchholz gibt es einen guten wenngleich manchmal zerstreut wirkenden Bootsverleiher. Die Bootsverleiher im Spreewald kann man oft vergessen (Bootsqualität und Preise stehen in keinem vernümpftigen Verhältniss). Als Treffpunkt am Donnerstag wurde Märkisch-Buchholz festgelegt.

Abgesehen von dem guten Bootsverleiher gibt es auf der gegenüberliegenden Flussseite auch noch einen hübschen Biwackplatz für die Übernachtung.

 

»Donnerstag

Unsere Paddelstrecke am Donnerstag führte uns auf der Dahme in Richtung Hermsdorfer Mühle und wieder zurück zum Biwakplatz. War keine lange Strecke aber zum warmpaddeln ganz gut.
Am Abend gesellten sich die ersten Nachzügler zu uns und zum ersten Mal wurden Leihplastikboot in unsere Flotte aufgenommen.

 

»Freitag

Am Freitag-Morgen war als erstes das Wehr in Märkisch-Buchholz zu überwinden. Normalerweise mit der Bootsschleppe kein Problem. Nur ausgerechnet an diesem Freitag sollte das frisch renovierte Wehr mit großem TamTam eingeweiht werden und alle zugehörigen Wehranlagen (incl. Bootsschleppe) waren frisch gesäubert und vor allem geharkt. Leider läßt es sich schwer vermeiden beim umsetzen der Boot den geharkten Boden zu berühren. Und so wollte man uns ernsthaft die Benutzung der Bootschleppe verwähren. Alternative: ca. 500 Meter umtragen um die gesamte Wehranlage. Dieses bekloppte Bootsschleppennutzungs-verbot mussten wir natürlich ignorieren, auch wenn es ein riesen Gezeter zur Folge hatte. Die Polizei wurde jedenfalls nicht geholt.

Nach dieser zeitaufwändigen Aktion und dem nächsten nur 700 Meter entfernten Wehr (auch mit Bootsschleppe) ging es dann endlich entspannt weiter in Richtung Köthener See und Unterspreewald. Als wir Leibsch als Beginn des Unterspeewaldes erreichten wurde es langsam dämmerig und uns wurde klar dass unser Ziel das Gasthaus Petkampsberg noch ein ganzes Stück entfernt war.

Nun fing auch noch alle 10 min an das Handy zu klingeln, immer wieder der gleiche Gesprächsinhalt, ...hallo Holger wir sind jetzt in ... wie geht es weiter, wo müssen wir hin ..." Was hat mich das angekotzt, alle haben eine e-mail bekommen mit allen Angaben Kartenausschnitten und, und, und. Aber wahrscheinlich ist man als Mediziner nicht in der Lage mal auf eine Karte zu schauen oder sich die Infos vorher auszudrucken.

Mir wurde nach und nach klar, dass die Organisation einer Paddeltour mit vielen mir unbekannten und zudem unerfahrenen Paddlern ein Fehler war. Da ich ständig von den Telefonaten aufgehalten wurde zog sich unser Paddeltross immer weiter auseinander. Ein Vorausfahrer bog irgendwo falsch ab und musste wieder von uns eingesammelt werden. Der inzwischen reichliche Bierkonsum sorgte auch nicht gerade für zügiges Vorankommen und es wurde dunkler und dunkler.

Ca.5 km vor unserem Ziel war es dann wirklich stockduster. Jetzt wurden die Handys ausgeschaltet, ich durfte vorfahren in der Hoffnung, dass der einzig Nüchterne vielleicht doch den Weg findet. Tatsächlich gegen 22:00 Uhr hörten wir die ersten Stimmen nicht weit vor uns und nach der nächsten Kurve lag das Gasthaus mit Campingplatz vor uns. Man erwartete uns bereits sehnsüchtig, schließlich hatten wir ja alle Fressalien und auch den Grill bei uns. Leider ging das unorganisierte Treiben auch am Abend weiter. Während 2 oder 3 Leute Zelte aufbauten, Boote ausluden und Essen vorbereiteten, saßen und standen die meisten anderen in der Gegend herum und hielten kluge Reden.

 

»Sonnabend

Nun könnte man ja denken, dass am nächsten Tag alle Lust auf Paddeln hatten, aber denkste gerade vier Mann/Frau machten sich auf zu einer Runde nach Lübben und zurück, der Rest der Meute zog es vor nach 2 km paddeln sich den geistigen Getränken zu widmen. Der übermäßige Alkoholgenuss führte dann zu einigen übermütigen Aktionen, gekennterten Booten, versenkten Handys und schlecht gelaunten Menschen.

 

»Sonntag

Am nächsten Morgen packten dann einige wieder ihre sieben Sachen um das WM-Endspiel Brasilien - Deutschland nicht zu verpassen (für mich kein Argument aber da kann man anderer Meinung sein). Der übrig gebliebene Rest machte sich auf zum Startpunkt nach Märkisch-Buchholz. Natürlich ausgerüstet mit Radio und sogar Mini-Fernseher. Dieter konnte es sich nicht verkneifen sich sowas noch zu kaufen.

Der letzte Tag lief dann endlich mal ganz normal und ohne große Probleme. Abgesehen von einigen alkoholbedingten Nachwirkungen. Aber sorry, mir fehlt da jedes Mitleit.

 

»Fazit

So, das war die Beschreibung der aus meiner Sicht am wenigsten gelungenen Paddeltour. Für mich war es keine Erholung und das lag nicht an langweiliger Strecke oder schlechtem Wetter. Aber aus Schaden wird man klug und alle weiteren Touren werden nur mit in der Mehrzahl bekannter und zuverlässiger Begleiter unternommen, zwei oder drei Neulinge sind natürlich immer willkommen :-) .


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