Herbstpaddeln - Havelquellgebiet nach
Fürstenberg

1 - Die Tour

Mannschaft

Stefan, David P., Holger

3 Tage im Okt. 2003

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Die Strecke

59km (15km - 20km - 24km)
Kratzeburg - Wesenberg - Fürstenberg



Kartenskizze

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3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Ein Erinnerungsprotokoll

Die folgenden Zeilen entstanden einige Jahre nach der Tour und erheben daher keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Diese Paddeltour kann als erste Herbsttour der "Wikinger" gelten. Zwar waren die Blätter der Bäume noch grün aber die Tage Anfang Oktober schon recht kurz und die Nächte kühl. Der Vorteil war jedoch das Gefühl zu haben, diese schöne Landschaft mit niemanden teilen zu müssen.

Im nachhinein muss ich sagen, dass diese MeckPom-Tour wegen der Ruhe auf den Gewässern immer noch in besonders schöner Erinnerung ist.

Einer der Gründe so spät nochmal einen Wikingerfeldzug zu organisieren war sicher mein neues Boot, dass ich zwar schonmal für 2 Tage bei Berlin getestet hatte aber das sollte ja schließlich nicht die einzige Tour mit dem russischen Flitzer in diesem Jahr bleiben. So begann die Tour für mich wie jede Tour mit dem Ladoga1 mit einem mühseeligen tränen- und schmerzreichen Aufbau. Aber was tut man nicht für wahres Genußpaddeln. Abgesehen davon das David und Stefan in jeder Beziehung großartige Reisebegleiter sind mit denen es nie langweilig wird, sind sie dank ihrer wikingertypischen Kräfte die idealen Helfer beim Aufbau eines Ladoga. So ging es nach akzeptabler Aufbauzeit gegen Mittag auf Wasser.

Interessant war die Bootsumtrage an der Granziner Mühle mit Ihrer Lorenbahn. Der Schienentransport machte allen sichtlich Spaß.

Nachdem wir uns alle richtig warm gepaddelt hatten, kam es zum oblikatorischen Kräftemessen zwischen den Booten der Wikinger. Endlich konnte der Ladoga seine Geschwindigkeitsqualitäten im Vergleich mit einem anderen Boot unter Beweis stellen. Und was soll ich sagen, mein neues Boot ist wirklich schnell. Das Rennen über einen halben Kilometer auf dem Zotzensee hatte keine wirklichen Sieger, aber ein Einer der mit einem RZ85 mit zwei kräftigen Paddler im Sprint mithält kann kein langsames Boot sein.

Nun wurde es in Anbetracht der kurzen Tage Zeit sich um ein Nachtlager zu kümmern. Die Zugehörigkeit zum Nationalpark schloss wildes campen aus ein sehr schön gelegener und auch aus anderen Gründen bekannter Campingplatz ist der am Hexenwäldchen. Er liegt nicht direkt an der Havel, sondern am Jamelsee der über einen kleinen nach Süden laufenden Kanal 200 Meter nach dem Jäthensee erreichbar ist.

Im Dämmerlicht erreichten wir unser Tagesziel und konnten so noch die schöne ruhige abendliche Herbststimmung auf dem zu dieser Jahreszeit fast leeren Platz genießen.

Eine Besonderheit des Platzes sind die hier lebenden Tiere, während die dunklen Hausschweine im Sommer in einem kleinen Gehege rumtollen müssen durften sie sich nun frei auf dem Platz bewegen. Am nächsten Morgen sorgten Sie dafür, dass wir nicht zu spät aus den Federn kamen.

Einer der Vorteile bei der Übernachtung auf Zeltplätzen ist die morgendliche Versorgung mit frischen Brötchen. So genossen wir den Morgen mit dem Duft fischen Kaffees und noch warmer Brötchen.

Gegen 11:00 waren wir dann wieder auf der Havel, auch das Wetter meinte es weiter gut mit uns. In regelmäßigen Abständen schickte uns die Sonne wärmende Strahlen auf das Wasser. Alles in allem war auch dieser Tag ein perfekter Oktoberpaddeltag. Für den heutigen Tag hatten wir kein spezielles Ziel für die Übernachtung. Da wir heute den Nationalpark verließen waren wir in unserer Entscheidung wieder völlig frei. Gegenüber von Wesenberg am Ostufer des Woblitzsees fanden wir am späten Nachmittag einen Rastplatz der sich mit seinen überdachte Bänken ideal für ein gemütliches und praktisches Lager eignete. Eine Feuerstelle mit etwas Holz wartete bereits auf uns. Aber wie immer in dieser Besetzung kann die Menge an Feuerholz nicht groß genug sein - die Nacht ist lang und der Vodka muss alle werden. Also wurden die Holzvorräte deutlich aufgestockt und zu einem hübschen Berg neben der Feuerstelle aufgeschichtet - das war ein großer Fehler. Nun konnte ordentlich gekocht und dann ordentllich getrunken werden. Irgendwann zu später Stunde kam ich dann auf den glorreichen Gedanken mal ein paar Schritte durch die Dunkelheit zu machen also mich vom Feuer zu entfernen. Nur leider lagen da diverse Äste die auf ihr Ende im Feurer warteten im Wege. Am Ende dieser Aktion lage ich vor Schmerz jaulend mitten in unserem Holzvorrat. Mit der Mitte meines 70kg schweren Körpers bin ich direkt auf einen senkrecht nach oben stehenden spitzen Aststummel gefallen. Mein Gott was für Schmerzen - mir wurde tatsächliche schwarz vor Augen. David und Stefan waren selbst völlig geschockt und wusten natürlich nicht gleich was los war. Nach quälenden Minuten des Schmerzes und der Angst, dass ich mir an dieser empfindlichen Stelle einen irreparablen Schaden zugezogen habe. Wagte ich es schließlich ganz vorsichtig mit der Taschenlampe das Innere meiner Hose zu untersuchen. Trotz der immer noch unglaublichen Schmerzen sah alles viel besser aus als befürchtet. Also äußerlich war noch alle am gewonten Platz. Am nächsten Morgen war es zwar ein bischen blau, grün und gelb aber in einem erträglichen Umfang. Mein lieber Mann, so schnell kann es gehen und vorbei ist es mit einer großen Kinderschar. Also Leute seit vorsichtig mit dem Feuerholzstapel abgebrochene spitze Äste können verdammt gefährlich werden. Die Angst mir innerlich doch was getan zu haben begleitete mich noch einige Tage.

Ich weiß nicht mehr warum aber am nächsten Morgen oder war es Nachmittags nachdem wir am Rastplatz unsere Zelte aufgebaut hatten ist David nach Wesenberg gelatscht und hat ein paar Dinge hauptsächlich in flüssiger Form aber auch Honig und Konfitüre mitgebracht. Für mich gabs aus der outdoor reihe das Buch "outdoor sex", naja vielleicht hilft es ja .... ;-). Was gab es für Stefan? Ich glaube eine lokale Likör-Spezialität. Für die zu Hause gebliebene Familie gab es natürlich auch ein paar Kleinigkeiten. Jetzt fällt es mir wieder ein - der Einkauf war vor meinem Unfall. Denn als es mir wieder besser ging wurde die Frage in den Raum gestellt ob mir das Buch von David in der Zukunft überhaupt noch hilfreich sein kann.

Am nächsten Tag ging es bei weiter schönem Wetter über diverse Seen nach Fürstenberg. Wegen einer Schleuse kurz vor unserem Ziel wurde es zum Schluss noch etwas hektisch - Stefan hatte ja einen Zug zu erreichen, um das Auto vom Startpunkt ab zu holen. Wenn dieser Zug weg gewesen wäre hätten wir ein Problem gehabt. So wurden die letzten Kilometer in zügigem Tempo zurückgelegt und alles war chic.

Ja da konnte ich mich ja doch noch an einiges dieser ersten Wikinger-Herbsttour erinnern. Ab dieser Tour wurde die Oktober-Tour zu einem festen Bestandteil der jährlichen Paddelaktivitäten. Mal sehen wann es die erste Wintertour gibt.

»Fazit

Während die Gewässer von MeckPom im Sommer total überlaufen sind, hat man die Gegend im Herbst fast für sich alleine und kann großartig entspannte Touren unternehmen.


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