Testfahrt mit dem neuen Russenfalter auf
Oder-Spreekanal und Müggelspree

1 - Die Tour

Wer und Wann

Holger mit neuem Boot

ein paar Wochen nach Lieferung des neuen Bootes im Sommer 2003

Die Strecke

66km (28km + 38km) Erkner - Seddinsee - Oder-Spree-Kanal - Müggelspree - Erkner



Kartenskizze

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3 - Die Tour in Wort und Bild

Ein paar Bilder von allen möglichen Touren mit dem Ladoga1

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»Meine Eindrücke und Bilder vom Ladoga 1

Zunächst einige Eindrücke von meiner ersten Testfahrt mit dem schönen und schnittigen Russenflitzer (entnommen aus dem E-Mail-Verkehr mit Christoph):

1.Tour

Ich habe am WE das Ladoga zum ersten Mal auf dem Wasser gehabt: Leider, durch einige Absagen alleine. Das bot mir aber die Möglichkeit, einer rücksichtslosen Testfahrt.

Strecke:

Erkner - Seddinsee - Oder-Spree-Kanal - Müggelspree - Erkner
Sonnabend:
12:30 - 18:00 29 km 1mal Pause 30 min
Sonntag:
11:15 - 18:45 38 km 3mal Pause a 20 min
Ich wollte schon Fr.-Nachmittag los, dann wären die Etappen etwas kürzer geworden.

Geschwindigkeitstest auf dem Oder-Spree-Kanal

(da gab es regelmäßige km-Markierungen):
lange Strecke im Wandertempo, Stromaufwärts aber nur minimale Strömung
12,5 km in 2:00h = 6,25 km/h
16 km in 2:35h = 6,19 km/h
etwas zügiger mit mittlerer Anstrengung:
5 km in 45 min = 6,75 km/h
schnell, mit Anstrengung, Blatt fängt an zu flattern und Schaft federt nach (Galasport Klassik mit Glasfaserschaft)
2 km in 16 min = 7,5 km/h

Ich bin bisher nur im RZ 85, Hammer Robinson und Prijon Excursion gefahren und bin sicher kein Paddelprofi. Solche Geschwindigkeittest habe ich mit den genannten Booten noch nie gemacht. Ich habe aber den Eindruck zügig vorrangekommen zu sein. Im Faltbootforum habe ich aber schon von deutlich höheren Geschwindigkeiten (???) mit verschiedenen Booten gelesen.
Das Boot läst sich schnell beschleunigen.

Geradeauslauf:

sehr gut.

Wendigkeit:

Gosener Graben und Müggelspree sind absolut kein Problem. Wo ein Zweier um die Ecke kommt, schafft es der Ladoga-Einer in jedem Fall auch, er ist sicher wendiger als ein 5,5 m langer RZ 85.

Material:

Hauthaltbarkeit - die Haut ist dünner als gewohnt, die Robustheit kann man erst nach einer Weile beurteilen - inzwischen (2012) kann ich sagen die Robustheit lässt nichts zu wünschen übrig. Selbst härtester Umgang mit dem Materiall auf der Obra (2009 & 2012) hinterließen keinerlei Spuren am Boot. Da wir das ständige Aussteigen an quer im Fluss liegenden Bäumen irgendwann leid waren, änderten wir unser Technik zur Hinderniss-überwindung.
Vor querliegenden Bäumen (bis knapp 10cm ÜBER der Wasseroberfläche) - Boot maximal beschleunigen und den Baum wie auf einer Rampe überspringen. Bei Bäumen oberhalb der Wasseroberfläche schafft man es nicht ganz rüber - ein bisschen schieben und ruckeln ist dann noch nötig. Bilder dazu findet man hier(Video bei 9:20min, 13:00min und 17:20min)und hier.
Die Alurohre machen einen sehr robusten Eindruck.
Das Cockpit ist schon recht eng aber für mich 177cm/68kg ok. Das Boot läst sich durch das lange Cockpit in leicht beladen. Der Stauraum ist groß. Bei Nutzung des Bereichs vor dem ersten Spant sollte man das Gepäck mit einem Seil zum Rausziehen versehen.
Den Sitz muss man polstern , er besteht nur aus einer nicht sehr ergonomischen Sperrholzplatte. Die neuen Modelle ab 2005 haben inzwischen so eine Art Hängesitz, der zwischen den rechten und linken Senten angebracht ist. Den Sitz muss man fixieren, er neigt zum vorwärtsrutschen. Die Lehne ist ok (Freischwebendes Gurtsystem). Das Steuersystem muss man noch modifizieren.
Die Fußschlaufen findet man mit Schuhen unter der Spritzdecke schlecht. Auch hier hat er Hersteller inzwischen Veränderungen vorgenommen. Jetzt wird das Steuer durch einen querhängenes Steuerrohr betätigt. Die Spritzdecke erfüllt in unseren Breiten sicher ihren Zweck.

Gewicht

Das Boot wiegt mit Rucksack, Spritzdecke und Schürze ca. 22 kg. Ohne Rucksack also ca. 20kg. Es war für mich alleine (ich bin kein Herkules) sehr leicht, aus dem Wasser zu bekommen (leer) und einfach zu tragen.

Die Stabilität

ist sehr gut (bei 65cm Breite), der Hammer Robinson (80 cm) kam mir nach dem ersten Einstieg wackliger vor.
Die Verbindungsclips, besonders zwischen Kielrohr und Spanten, könnten sich als Schwachstelle erweisen. Aber auch hier setzt Triton inzwischen verbesserte Materialien ein.

Der Aufbau und Abbau,

wie schon diskutiert dauert 'ne Weile (viele Einzelteile) und erfordert doch etwas mehr Kraft als bei anderen Booten gewohnt, ist aber auch alleine machbar. Mit Übung und ohne Hektik irgendwann in 45min
aufbaubar und in 30min abbaubar.

 

»Fazit

Sehr gutes Boot, wenn es erstmal zusammengebaut ist und man einige Modifikationen vorgenommen hat. Bei dem Preis kann man sicher über den einen oder anderen kleinen Negativpunkt hinwegsehn. Allerdings fehlen mir der Verleich zu anderen Booten und ich war alleine unterwegs, kann also nicht einschätzen ob man in diesem Einer gut mit Faltboot-Zweiern mithalten kann.
Langzeiterfahrungen fehlen. - Inzwischen sind die Langzeiterfahrungen da und ich kann Sagen der Ladoga ist das ideale Boot um mit schnellen Zweier Faltbooten wie dem RZ85 auf Tour mitzuhalten. Ein Aerius Zweier sieht da schon alt aus. Die Vuoksa 3er sind ähnlich schnell wie ein RZ85. Diese Angaben sind auf normales Wanderpaddeln bezogen. Im Kurzsprint haben längere Boote immer einen Vorteil. Die Maximale Rumpfgeschwindigkeit läßt sich ja relativ leicht erreichnen und wird von allen Booten in der Tendenz bestätigt (schon oft mit GPS getestet)

2. Tour:

Die 2. Testfahrt mit dem Ladoga1 ist erfolgreich verlaufen. Strecke: Kratzeburg (Havelquellgebiet) nach Fürstenberg. Diesmal zusammen mit einem RZ 85.
Eindrücke:
Die Havel ist im Quellgebiet recht schmal 4-5 m. Im Moment auch recht flach. Die Wendigkeit des Bootes reicht auch hier vollkommen aus. Obwohl der RZ 85 mit zwei kräftigen Paddlern besetzt war, machte es keine Mühe mitzuhalten
(egal ob Fluss oder See). Die gemessene Wandergeschwindigkiet auf der Havel (mit Hilfe der km Markierungen) lag bei knapp über 6 km/h. Das bestätigt die Eindrücke der ersten Tour. Das Boot reagiert auf seitliche Bugwellen überholender Motorjachten viel empfindlicher als ein RZ 85. Dabei wird das Boot stark seitlich abgetrieben. Aber das liegt möglicherweise am geringeren Gesamtgewicht und sieht bei anderen Einern nicht anders aus. Also insgesamt ein empfehlenswertes, stabiles und schnelles Boot mit viel Platz für Gepäck. Der Aufbau ist etwas anstrengend und kräftige Menschen werden etwas Probleme beim Enstieg haben. Das Preisleistungverhältniss ist bei Direktimport kaum schlagbar aber auch die Deutschen Preise sind ja im Vergleich zu anderen Marken akzeptabel. Immerhin sind ja Spritzdecke, Steuer, Spritzschürze inclusive. Ob das Boot solange hält wie mein ca. 50 Jahre alter roter RZ85 wird sich zeigen.


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»Bootskritik von Christoph

Hallo allseits,

hier also wie versprochen der Erfahrungsbericht. Nur kurz vorab: Ich muß sagen, ich bin in einem inneren Konflikt: "Ladoga" ist in der russischen Sprache eine weibliche Bezeichnung, der deutsche Importeur ... macht daraus einen sächliches Wort und im allgemeinen Sprachgebrauch wird "Ladoga" meist männlich verwendet, so auch in den vorangegangenen Beiträgen. Aber vielleicht muß ich mich hier auch gar nicht festlegen und könnte - je nach Konsens - sowohl die Ladoga (bezogen auf den Ursprung des Wortes), das Ladoga (im Sinne von "das Boot") oder "der Ladoga" (im Sinne von "der Bootstyp" oder "der Faltboot-Einer") verwenden. Bei der Bezeichnung "Kajak" ist laut Duden ebenfalls sowohl "der Kajak" als auch "das Kajak" möglich. Nun gut.

Aber nun zum Boot:

»Der erste Aufbau

Als die vielen Alustangen als Haufen vor mir lagen, wirkte das auf mich wie ein großes Chaos. Auf meinen Hilferuf hin schickte mir Werner Schmiedel (zu finden im Faltbootforum, www.faltboot.de) innerhalb von zwei Tagen eine Kopie einer deutschen Aufbauanleitung - nochmals großen Dank dafür! Jedoch: Jetzt war ich noch mehr irritiert, es funktionierte nicht, wie darin beschrieben. Schon wütend darüber, daß ich die falschen Teile erhalten hatte, kam dann der Geistesblitz, daß ich ein anderes Modell haben müßte, als Werner. In der Tat: Seit einigen Monaten ist ein neues, verändertes Modell auf dem Markt. In einem längeren Puzzle setzte ich alles ohne Anleitung zusammen, so wie es zusammenpassen könnte - und es funktionierte! Das fertige Boot war eine Augenweide in Form und Farbgebung: Elegant und Rot-Schwarz. Ich ließ das Boot ca. 2 Wochen aufgebaut liegen, um die sehr straffe Haut zu dehnen. Beim Abbau markierte ich alle Teile mit wasserfestem CD-Marker (z.B. wie bei Klepper vorn rot, hinten blau) wie sie zusammengehören und bündelte sie mit Gummis nach Bausätzen, z.B. je ein Bündel identische Sententeile (es gibt zwei unterschiedliche Typen), Kielrohre für vorn, Kielrohre für hinten, Süllrandrohre.

 

»Der zweite Aufbau - und weitere...

Die Vorbereitungen erwiesen sich beim Aufbau beim Spreewaldtreffen (Link1, Link2) als große Hilfe: Ohne langes Suchen wurde alles zusammengesteckt. Um Bug- und Heckteil in die schmalen Bootsenden zu schieben setze ich mich in die Haut und drücke mit den Füßen ordentlich - dann flutscht es. Für die nächsten Arbeitsschritte sind Arbeitshandschuhe unentbehrlich - die bleiben bei mir jetzt gleich im Packsack. Ohne diese kann man davon ausgehen, sich die Haut wunderschön beim schließen des Kielschlosses einzuklemmen. Kraftaufwendig ist es, die Senten zu verbinden und dabei zu spannen - auch dazu verwende ich die Abeitshandschuhe! Schnippen die Sententeile beim spannen auseinander, gibt das mit hoher Wahrscheinlichkeit unangenehme Verletzungen. Also: Man biegt die Sententeile nach innen, greift dann einfach (mit Abeitshandschuhen!) um das Schloß und fixiert damit beide Enden, drückt beides zusammen und dann nach außen - wobei eine ungeheure Spannung entsteht - und arretiert mit der Schiebehülse. Kraftaufwendig ist es auch, die Senten nach Einsetzen der beiden letzten Spanten und des Halbspantes in die Halterungen zu drücken. Ich habe beim Spreewaldtreffen nicht die Zeit gestoppt, nehme jedoch an, daß es mit allen Ablenkungen durch die Zuschauer vielleicht eine Stunde gedauert hat. Mit etwas Übung und eingefahrener, gedehnter Haut dürfte das durchaus schneller gehen.

 

»Zu den Fahreigenschaften

Ich empfinde das Boot bei gemütlicher Reisegeschwindigkeit als sehr leichtlaufend. Irgendwie gleitet das Boot sehr leise durchs bzw. übers Wasser und baut keine Bugwelle vor sich auf, wie viele andere gängige Boote. So extrem schneller als andere Boote ist es nach meinem Ermessen jedoch nicht, die Angabe von "1,5-facher Geschwindigkeit anderer gängiger Faltboote" auf der Hompage von Out-Trade halte ich für Unsinn.
Der Geradeauslauf ist geradezu perfekt. Nachdem mir schon am zweiten Tag das Steuerseil riß (zu scharfkantige Spanner) baute ich das Steuer ab und kam wunderbar ohne zurecht. In engen, kurvigen Fließen im Spreewald mußte ich etwas arbeiten, um die Kurve zu kriegen. Da wirkt sich ein Steuer günstig aus. Auf geraden Stecken fahre ich jetzt viel lieber ohne.
Ich bin bisher kein Boot gepaddelt, daß sich so angenehm bei Wind und Wellengang verhält: Beladen lief es bei Seitenwind und Wellen auf den Seen nahezu neutral.

Ich habe super Körperkontakt, die Süllrandrohre liegen an meiner Hüfte an. Dadurch kann ich ausgezeichnet kanten. Allerdings bin ich mit 1,83 cm und 70-75 kg ziemlich schmal. Kräftigere Personen, die probepaddelten, steckten da gelegentlich im Boot fest. Die Anfangsstabilität ist genial, die Endstabilität habe ich nicht ausgereizt, scheint aber auch enorm zu sein.

 

»Sitzposition

Die Sitzposition ist sehr weit hinten, was bei beladenem Boot keine große Rolle spielt: die lage des Boote im Wasser wird dann durch Trimmen mit Gepäck ausgeglichen. Da das Boot vorn wesentlich höher ist, einen positiven Kielsprung aufweist und der Bug nach oben gezogen ist, muß - soll die Kiellinie im Wasser etwa waagerecht verlaufen - der Bug höher aus dem Wasser aufragen als das Heck. Damit dürfte das Boot sehr gut gegen die Wellen laufen. Das Interessante: Es gibt eine "Rentner-Sitzposition" - die übliche Sitzposition unmittelbar weit hinten vor Spant 4 mit bequemem Ein- und Austieg - und eine "Sport-Sitzposition". Nach einigen Tagen haben wir nämlich herausgefunden, daß die Spritzdecke in ihrer Außenform symmetrisch ist. Dreht man die einfach um, also das Heckteil nach vorn, kommt die Sitzlucke weiter vor, da diese auf der Spritzdecke nicht in der Mitte ist. Diese Position bietet sich bei unbeladenem Boot an, da es dann ideal im Wasser liegt und sich auch bei höheren Geschwindigkeiten mit dem Heck nicht im Wasser "festsaugt" (analog dem E65). Ich kann mich dann mit den Knien unter dem geschlossenen Spant 3 festklemmen, genauso wie in meinem Eski mit kleiner Luke oder dem Klepper Slalom 58 mit dem "Todesspant". Was auch schön ist: Die Schürze paßt auch bei dieser Sitzposition, obwohl die Lukenöffnung asymmetisch geformt ist.

Die Position der Lehne kann man einmal durch Längenverstellung der seitlichen Riemchen der Lehne verändern. Reicht das nicht, kann man zum zweiten die kurzen Teile der dreiteiligen Süllrandrohre entweder vorn einsetzen oder hinten und verschiebt die Lehre entsprechend. Will man die "Sport-Sitzposition" erreichen, müssen die kurzem Rohrstücke am hinteren Süpllrandende eingebaut werden.
Der Hängesitz läßt sich nur verschieben, wenn man die Spanten ausbaut und die Senten entsprechend entspannt sind.
Zusammenfassung: Montiert man den Sitz plus Lehne soweit wie möglich nach vorn (und dreht dann die Spritzdecke um), ist das unbeladene Boot mit dem Paddler recht ausgeglichen getrimmt. Dann ist aber wegen des geschlossenen Spantes nur noch wenig Platz zum ein- und aussteigen - also richtiges Eski-Feeling...


Der Hängesitz (ähnlich Feathercraft) ist sehr bequem, die Lehne gibt jedoch nur begrenzt Halt. Hier werde ich wohl eine Sitzauflage wie bei Feathercraft basteln oder gleich die Feathercraft-Sitzauflage benutzen, deren Lehne ja versteift ist.

 

»Nähte

Die Nähte, mit denen das Klettband für die Spritzdecke angenäht ist, sind leider nicht abgedichtet. Dort kommt etwas Wasser ins Boot, wodurch leider auch der Sitz naß wurde. Ich werde da voraussichtlich mit Plastigum 77 oder Pattex Transparent abdichten.


»Stabilität und Gewicht

Das Boot ist ausgesprochen steif, auch beladen bequem an den Griffen zu tragen. Es ist überraschend leicht, des gesamte Paket mit Packsack, Steueranlage, Spritzdecke (Persenning und Schürze) und Reparaturset wiegt etwa 24 kg. Ich vermute daß das nackte Boot ca. 20 kg wiegt (habe noch nicht gewogen). Ich trage das leere Boot mit einer Hand, am Spant 3 gefaßt. Das Packvolumen ist super, ich hatte keine Deckslast und hätte noch Platz im Boot gehabt für weiteres Gepäck.


»Vergleiche mit anderen Booten

Was gibt's noch? Ich wurde wiederholt um Vergleiche mit anderen Booten gebeten, besonders mit dem K1: Der Geradeauslauf und die Seitenwindneutalität übertreffen die meisten mir bekannten Boote und auch deutlich den K1, d.h., der K1 ist wendiger und stark luvgierig. Mein Ladoga ist weit steifer als ein K1, wirkt stabiler. Die Seitenschläuche tragen weniger auf und gehen auch nicht über die gesamte Bootslänge, dadurch ist mehr Packvolumen im Boot. Der Ladoga dürfte sich im Wellengang, unter maritimen Bedingungen, aufgrund der Buggestaltung souveräner als der alte K1 verhalten und nicht bohren (der neue K1 geht dagegen auch super über die Wellen). Der Ladoga ist im Cockpit wesentlich enger als der K1, Ein- und Ausstieg mit Spritzdecke sind nicht so bequem, dafür der Körperkontakt zum Boot besser (d.h. sehr gut!). Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob die originale Spritzdeckenbefestigung beim Ladoga wirklich rauhen Seebedingungen (sprich: Brecher gehen über das Boot) gewachsen ist. Ausgenommen dieser Einschränkung denke ich, daß der Ladoga u.a. aufgrund seiner Form stärker auf den maritimen Bereich spezialisiert ist als ein K1 älterer Bauart, letzterer ist jedoch aufgrund seiner Wendigkeit vielseitiger.


»Verbesserungsprojekte und weitere Erfahrungen

Die nächsten Verbesserungsprojekte am Ladoga werden also sein: Abdichten der Nähte, ankleben von D-Ring-Haltern rundum, Verbesserung der Spritzdeckenhalterung. Für letzteres habe ich schon einfach umzusetzende Lösungen: Ich werde rundum schmale Streifen aus PVC-Material plus Klettband aufklebten und so einen überlappenden, völlig dichten Verschluß schaffen, außerdem werde ich Schnallen zum abspannen der Spritzdecke anbringen. So gestaltet dürfte ich mich zum Wiedereinstieg nach Kenterung problemlos auf die Spritzdecke setzen können. Der "Wellenbrecher" auf dem Bug wird ablegbar gestaltet, da er mich eher stört.

Es scheint offenbar normal zusein, daß sich Gerüstteile verbiegen, speziell die Kielrohre. Das war bei meinem Boot auch und hatte eigentlich keine Auswirkungen. Dummerweise hatte ich nur letztens die Idee, das hintere Kielrohr, daß am der Stelle wo der Spant sitzt, einen kleinen Knick bekommen hatte, wieder völlig gerade zu biegen - und da machte es "knack". Genau an der Stelle an dem der Beschlag für den Spant sitzt und das Material durch drei Bohrungen geschwächt ist. War also eine ziemlich blöde Idee...dabei hätte es einfach so verbogen bleiben können. Nun, jetzt werde ich aus dem Baumarkt ein passendes, dünneres Rohrstück holen, in die Bruchstelle einschieben, mit Silikonkleber festkleben und evtl. noch mit Schrauben oder Nieten fixieren. Damit müßte das erledigt sein.

 

»Fazit

Insgesamt mag ich den Ladoga sehr, es ist für mich ein angenehm zu paddelndes Boot. Es schließt in meinem Bootsbestand eine Lücke als ausgesprochen leichtes, stabiles, seegängiges Faltkajak mit Stauraum für längere Touren.

Viele Grüße
Christoph


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