"Pleiten, Pech und Pannen beim Paddeln" oder
"Paddeln durch 'ne bunte Herbstlandschaft" oder
"Der Sinn von GPS-Geräten beim Paddeln in MeckPom"

1 - Die Tour

Wer und Wann

Evgenya, Jana, Lena, Alik, André, David P., Sergey, Stefan, Holger, Daniel

3 Tage Ende Oktober 2004

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>>> GPS-Track

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Die Strecke

35km + 7km Wanderung (15km - 13km - 7km - 7km Wanderung)

Kilometrierung



3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Herbstpaddeln die zweite

Nachdem im letzten Jahr mein Vorhaben einer Paddeltour durch eine herbstliche Landschaft am etwas zu frühem Zeitpunkt gescheitert war, hier nun der zweite Versuch. Im Vergleich zu der 3-Tage und 3-Mann-Tour im letzten Jahr war die Resonanz unter den Wikingern diesmal überraschend groß. 7 Mann und 3 Frauen waren wir selten und schon garnicht zu der fortgeschrittenen Jahreszeit Ende Oktober. Aber da lag auch schon wieder das Problem. Bei 10 Paddlern gibt es natürlich sehr unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten.

Im Ergniss wollten 4 Wikinger am Freitagmorgen starten, vier am Sonnabend früh und 2 Nachzügler wollten ernsthaft am Sonnabend um 20 Uhr dazustoßen. Wie organisiert man also eine Tour mit 3 verschiedenen Startzeiten aber einem gemeinsamen Zielpunkt. Aber nichts ist unmöglich, dachte ich jedenfalls.
Der Plan: Als Paddelrevier standen die Feldberger Seen für mich schon fest. Wunderbare hüglige, waldreiche Landschaft und im NSG Hullerbusch kann man zwischendruch eine schöne Herbstwanderung machen.

Stefan und Holger reisen mit 3 Booten und Ausrüstung per Auto an. Jana und André der Schienen-fan nutzen die Bahn und Bus bis Fürstenberg und werden von dort mit Auto abgeholt. Start am Freitagmittag von Strand an der schmalsten Stelle des Schmalen Luzin ohne großes Gepäck (bleibt im Auto) nach Norden über Feldberg zum Breiten Luzin und zurück. Übernachtung am besagten Strand. Am nächsten Morgen kommen die nächsten vier Herrschaften mit frischen Brötchen zur Übernachtungstelle. Zu guter Letzt stossen Evgenya und Sergey am Sonnabend Abend nach einer 5km Wanderung ab Fürstenberg zu uns (Der Wootzen). Plan klingt doch gut, oder?

Nach einigem Suchen fanden Stefan und ich mit Hilfe des vorprogammierten GPS-Gerätes auch den Strand. Nach dem Ausladen der Ausrüstung meldeten sich auch Jana und André, dass sie bald in Feldberg ankommen. Aber nach der Abholung der Beiden war klar das mit Stefans Auto irgendwas überhaubt nicht in Ordnung ist. Die Gänge gingen kaum noch richtig rein und das muss natürlich irgendwie repariert werden, sonst kommen wir nicht mehr nach Hause. Werkstatt finden, kein Problem. Holger erinnert sich, gleich an der Einfahrt in Richtung Strand war eine.

Das Auto wird mit vereinten Kräften in Gang gesetzt und Stefan versucht sein Glück. Der Rest baut das den Ladoga Einer und den Vuoksa-Dreier auf. Eine Stunde später steht Stefan grinsend und mit heilem Auto wieder am Strand. Ich glaube das nennt man Glück im Unglück, die Werstatt hat eine provisorische Reparatur ohne Kosten durchgeführt. Dann kann's ja los gehn. Bei starkem Rückenwind und blauem Himmel genießen wir die phantastische Herbstlandschaft. Der Zeitpunkt für die Herbsttour war diesmal perfekt gewählt. Die Bilder sagen ja alles.

Einzig der starke Wind gibt uns zu denken, schließlich haben wir ihn auf der Rückfahrt gegen Abend ja von vorne. Die Wellen auf dem großen Luzin sind auch nicht ohne einige schräg von hinten kommene "Monsterwellen" überrollen problemlos die Decks der Boote. Aber die russischen Spritzdecken halten. Gerade noch rechtzeitig erreichen wir den Umkehrpunkt und kommen kurz vor Sonnenuntergang wieder bei unserer Ausrüstung an. Nach dem Aufbau der Zelte kocht Holger irgendein asiatisches Irgendwas, Paddler sind eben Genießer. Der Himmel ist weiterhin sternenklar und das verspricht eine kalte Nacht.

Und richtig, die Nacht zeigte, dass ein 12 Jahre alter Kunstfaserschlafsack bei weitem nicht mehr den Komfortbereich von -6 Grad erreicht. 2-3 Grad plus sind wohl jetzt die Grenze. Aber so war ich schon früh wach und konnte den Sonnenaufgang genießen. So gegen 10:45 trudelten die nächsten 4 Herbstpaddler mit frischen Brötchen ein, brachten aber leider auch Nieselregen mit. Aber das interessierte bei dem leckeren Frühstück niemanden. Wie immer gab es soviel zu erzählen und die Boot packen war auch wieder irgendwie mühselig. Aber um 14:00 Uhr ging es dann los. Warum Lena und Alik in die falsche Richtung los-paddelten und keiner der anderen das bemerkte bleibt für immer ein Mysterium.

Irgendwann waren aber alle Boot auf Kurs. Der südliche Ausgang des schmalen Luzin ist gar nicht so leicht zu finden aber dank vorbereiteter Wegpunkte im GPS kein Problem für uns. Die schmale Verbindung zum Carwitzsee ist teilweise so flach, dass die Boot teilweise kaum noch genug Wasser unterm Kiel haben. Der extrem trockne und warme Sommer 2003 ist also auch noch ein eineinhalb Jahre später zu spüren. Bald erreichen wir die Umtragestelle in Carwitz. Vor ein paar Jahren konnte man die Boote noch vorsichtig über die kleine Stufe rüberheben, aber nun ist hinter der Stufe alles trocken.

Die Kollegen werden doch wohl nicht den Carwitzer See abgepumpt haben? Ein kurzer Erkundungsmarsch im trockenen Flussbette zeigt, dass hundert Meter hinter der üblichen Einsetzstelle wieder etwas Wasser vorhanden ist. Glücklicherweise hatten zumindestens einige von uns wasserfestes Schuhwerk, so dass das Bootetragen durch den Morast schnell erledigt war. Für einen Abstecher in den schönen Dreetzsee war nun allerdings keine Zeit mehr und es ging auf kürzestem Weg direkt in den Zansen. Dieser langgestreckte See verläuft parallel zum Schmalen Luzin und ist genauso vollständig von Wald umgeben. Am nördlichen Ende findet man dann Die Floot, einen Verbindunggraben zum Wootzen, einen gerade 1 km langen und 500 m breiten See der das planmäßige Ziel der Tagesetappe sein sollte. Aber denkste! Man hätte es sich denken können auch dieser Graben war nur nur ein modrig stinkendes Etwas, absolut nicht befahrbar. Was nun? Jetzt haben wir ein dickes Problem, schließlich wollten heute abend Evgenya und Davids Sohn an dem nun nicht erreichbaren See zu uns stoßen. 5 Minuten Diskusion dann die Entscheidung. Wir suchen uns am westlichen Ufer des Zansen ein Plätzchen und irgendwie müssen dann die Beiden dann diesen Platz finden.

Es gibt ja Handys und Kopien des Kartenmaterials habe ich ja verschickt. Also los, es wird langsam Zeit. Aber dann die nächste Katastrophenmeldung. Sergey hat kein Geld mitgenommen und Evgenya nicht genug für zwei Personen. Für die Bahn hat es noch gereicht, aber wie den Bus bezahlen. David ist inzwischen reichlich genervt und gibt Evgenya die Anweisung den Busfahrer davon zu überzeugen, sie bis Feldberg mit zunehmen und dort von ihm bezahlt zur werden. Was für ein Chaos. Vorallem wie sollen wir das alles schaffen... Übernachtungsplatz finden, zu Fuß den Weg von 6 km nach Feldberg quer durch die Botanik.

Vielleicht tragen wir den Dreier von André an einer schmalen Stelle vom Zansen rüber zum schmalen Luzin und sparen so einige Kilometer oder vielleicht fährt ja die Fähre über den Schmalen Luzin noch auch das würde eine Menge Zeit sparen. Na dann schauen wir mal. Als erstes ist es mal wichtig einen brauchbaren Platz zur Übernachtung zu finden und dann sehen wir weiter. Mehrmals begutachen wir potentielle Übernachtungsstellen aber eine Stunde vergebens. Aber dann entlich ein Treffer. Hektisch werden die wichtigsten Sachen erledigt, ... Boote entladen, Boote an Land bringen, Zelte aufbauen, es wird ja gleich dunkel.

Aber wie nun weiter, eine kurze Landerkundung zeigt, dass die Idee mit dem Boot über Land tragen Quatsch ist. Es bleibt also nur die Alternative zu Fuss nach Feldberg zu laufen. Noch war es etwas Licht vorhanden und mit der Karte ist Feldberg sicher zu finden. Aber wie im stockdunklen durch Feld, Wald und Hügel zurückfinden? Genialer Weise hatte ich ja das für Weissrussland beschaffte GPS-Gerät dabei. Sicher sagt jeder: GPS in MeckPom? So ein Blödsinn! Aber denkste, eine kurze Einweisung in die Funktion Trackaufzeichnung und Backtrack (Rückverfolgung des aufgezeichneten Wegs) und das Problem war gelöst.

David und Daniel bestellten im nächsten Ort ein Taxi, holten Evgenia und Sergey ab und waren Dank GPS 2 Stunden später pünktlich zum Abendbrot (Buchweizen) am Lagerfeuer. Also sage nochmal jemand GPS-Geräte beim paddeln in Deutschland sind was für Spinner! Leider war der Weg von Feldberg zu unserem Lager zwischen Evgenia und David nicht sehr entspannt. Aber das ist ein Thema zwischen den Beiden. Der Stimmung am Feuer tat es keinen Abbruch. Am nächsten Vormittag ging es dann auf zum Hullerbusch-Herbstspaziergang.

David war noch nicht wieder gut genug gelaunt und Daniel hatte einen Schnaps zu viel am Abend, so blieben die beiden und Sergey als Wachmannschaft bei den Booten. Ich kann diese Wanderung jedem Paddler nur dringend empfehlen, insbesondere zu dieser Jahreszeit. Nach einer kleinen Stärkung zur Mittagszeit ging es gegen 13:00 Uhr mit den Booten zurück in Richtung Feldberg. Nach einem Kilometer, die nächste Katastophe! Am Strand haben wir Andrés Boot wohl über kräftig über einen spitzen Stein geschoben und nun sickerte langsam das Wasser ins Boot.

Das Wissen um dieses Leck führte zu einer verdammt zügigen Reisege-schwindigkeit in Richtung Umtragestelle Carwitz. Dort wurde dann das Loch für die letzten drei Kilometer getapt. Um 17:00 Uhr waren dann alle heil und gesund wieder am Ausgangspunkt der Tour und das zerlegen der Boote begann und war kurz nach Sonnenuntergang beendet. Tja das wars dann in diesem Jahr mit Paddeln. Ich kann mich nicht erinnern wann das letzte mal soviel bei einer Tour schief ging, aber schön wars trotzdem. Und mindestens eine Tour durch diese bunte Herstlandschaft steht in Zukunft jedes Jahr auf dem Program.


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