Vuoksa-Stapellauf in Germanien und
vergessene RZ-Spanten
Fürstenberg - Lychen -Fürstenberg

1 - Die Tour

Wer und Wann

Evgenya, Jan, Lena, Alik, André, David P., Holger, Daniel

2 Tage im Okt. 2004

>>> Galerie

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Die Strecke

Fürstenberg-Lychen-Platkowsee und zurück

21km hin und 21 km zurück

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Kartenskizze

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Bildquelle: Altes Prospekt von Nordlicht Tour & Kanu GmbH


3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Intro

Von unserer abenteuerlichen Weißrusslandpaddel-expedition haben wir André ja ein original russisches Dreierfaltboot mitgebracht (Typ: Triton Vuoksa3). Nach dem uns das Boot ja schon fast 200 Kilometer auf der Tschara im Südwesten Weißrussland gute Dienste geleistet hat und dort so einiges zu überstehen hatte, wurde es nun langsam Zeit das Schiffe an deutsches Wasser zu gewöhnen. Das Boot lag nun schon seit mittlerweile 3 Wochen bei André zu Hause rum und langweilte sich. Obwohl es dem neuen Besitzer mächtig in den Fingern juckte ließ er dann doch die Finger von einem Testaufbau auf eigene Faust nach der russischen Aufbauanleitung. Wer weiß ob dabei nicht ein Ultraleichtflugzeug entstanden wäre.

Als Verstärkung und Mitpaddler holte sich André noch einen echten Paddel- und Faltbootprofi ins Boot. Jan ist höchstens jedes dritte Wochenende nicht auf dem Wasser und ist Eigner einer ansehnlichen Flotte unterschiedlicher Einer- und Zweierfaltboote von Nautiraid, Pouch, Pax und ich glaube einen Kolibri hat er auch in seiner Flotte. Aber in einem Dreierfaltboot und dann auch noch aus russischer Produktion saß selbst Jan noch nicht. Und das konnte er sich natürlich nicht entgehen lassen.

Daraufhin bekam David richtig Angst und meinte der Holger reicht dann als Gegengewicht nicht mehr aus, zumal man den "typisch deutschen" Holger ja schon mehr als 2 Wochen in Weißrussland ertragen mußte. Also wurde kurzerhand der Alik mit Freundin Lena in die Mannschaft geholt. Alik hat seine ersten Paddelerfahrungen bereits im stolzen Alter von 2 Jahren auf dem Töpfchen sitzend bei Touren in der Sowjetunion gemacht.
Im Gegensatz zu allen bisherigen Touren der Wikinger fand sich in der jetzigen Besatzung kein Autofahrer mit fahrbarem Untersatzt. Also blieb nicht anderes übrig als auf die traditionelle Faltbootfahrerweise anzureisen, mit der Bahn.

»Die Tour

Da entstanden die ersten Probleme besonders für mich wie 2 Boote und den anderen Kram zur Bahn bekommen. Der arme Alik musste sich nach einer Nachtschicht opfern und mich samt meiner ganzen Ausrüstung in Prenzl-Berg gegen 6:30 abholen. Alles wurde auf den Bootswagen geschnallt und los gings.Der Transport zum Bahnhof Zoo war kein großes Problem. Aber Jetzt ging es für Alik um die Wurst, er muste nun in 45min seine besser Hälfte Lena und seine Klamotten abholen um pünktlich zur Zugabfahrt wieder am Zoo zu sein.

Nach und nach trudelten alle anderen auch ein und schließlich der Zug. Schnell alles verladen aber und Lena ließen noch auf sich warten, na ja Hauptsache die Ausrüstung ist da und die Züge in Richtung Fürstenberg fahren ja alle Stunde. Jan saß auch schon im Zug und 30sec vor Abfahrt trudelte das vermisste Pärchen auch ein.

Während der Fahrt nach Fürstenberg kamen wir noch auf die glorreiche Idee Lenas Freundin Evgenya mit der sie das Wochenende verbringen wollte telefonisch nachzuholen. Problem: kein Schlafsack und andere Ausrüstung. 40 min lang machten sich 6 Leute im Zug Gedanken, wo bekommen wir nur eine Schlafsack für Evgenya her? Mein erster Gedanke war sowieso - das klappt nie, so spontan. Jedenfall sahen wir bald ein das wird nichts. In dem Moment ruft Evgenya an und meint sie hätte sich alles besorgt. Respekt, sehr fähig im organisieren und extrem spontan. Wenn man bedenkt dass sie so eine Paddeltour noch nie gemacht hat, weiß ich nicht wem ich sowas zutrauen würde.

Ohne weitere nennenswerte Hindernissse kamen wir irgendwann am Wasser an und machten uns bereit zum Bootaufbau und da der Schock, der große Organisator Holger hat die Spanten für seine Boot vergessen. 10 Minuten fluchen und diskutieren, dann der Geistesblitz wir leihen uns ein 4er-Kanadier bei Nordlicht aus und lassen die nutzlosen Bootsteile dort zur Aufbewahrung. Gesagt, getan, Wochenende gerettet. Inzwischen war es 13:00 Uhr, Evgenya tauchte lachend auf und das wichtigste der Aktion Andrés Russenfalter war nach einer guten Stunde auch aufgebaut.

Um 14:00 Uhr waren dann auch alle Boote beladen und zur Abfahrt bereit im Wasser. Nun die übliche Diskusion wer fährt in welchem Boot um ausgeglichene Antriebsleistung zu erreichen und vorallem wer traut sich zu den 4er-Kanadier auf Kurs zu halten.Da David und Holger die einzigen waren die jemals Kanadier gefahren sind und Strafe sein muss fiel die Wahl auf Holger. ...Was für ein Elend... Während das "Russenboot", angetrieben von 3 durchaus fähigen Paddlern und gesteuert vom üblichen Fußsteuer, elegant seine Bahnen zog eierte der Kanadier von rechts nach links manchmal drehte er auch eine 360° Ehrenrunde.

Hinzu kam der doch sehr kräfige Gegenwind meist von schräg vorne.mmer wenn ich das Boot mal für 100 Meter halbwegs geradeaus gesteuert bekam, hörte einer meiner Vordermänner/-frauen auf zu paddeln und die ganze Antriebssymetrie war dahin, so dass das Bootsmonster wieder lang fuhr wo es nicht lang fahren sollte. Die anschließenden Kurskorekturen erforderten dann soviel Energie, dass ich mir nicht sicher war ob die Kraft bis zum Abend ausreichen würde. Die theoretische Kenntnis von J- und Bogenschlag nützt eben nichts wenn man mit 65 kg Körpergewicht fast eine halbe Tonne Bootsgewicht steuern muss und die Körner dafür nicht reichen.

Irgendwann auf dem Modersee wurde dann Gott sei es gedankt endlich die erste Pause angeordnet. Evgenja sprang als erste unerschrocken ins 16° kalte Wasser, David und Holger hinterher. Und bei einer Runde Volley-ball konnte ich meine steifen Knochen wieder etwas geschmeidig machen. Mittlerweile war es 16:30 und es lagen noch 13 km also zwei Drittel der Tagesetappe vor uns und Ende September wird es ja auch schon früh dunkel. Die Eierei mit dem Kanadier ging genauso wie die dazu gehörigen Flüche munter weiter erst nach dem Umtragen in Lychen hatte ich das Gefühl den Pott langsam in Griff zu bekommen.

Der Wind legte sich, die Abendsonne sorgte für schönes Licht und gegen 19:30 erreichten wir das Ziel den Platkowsee. Dank GPS war der auf der Karte vermerkte kleine Biwakplatz schnell gefunden und das Nachtlager konnte errichtet werden. Zeltaufbau und Abendbrot war schnell erledigt wegen LSG verzichteten wir auf das obligatorische Lagerfeuer und suchten Trost bei Tee, Wein und Wodka. Wegen eher sommerlicher Ausrüstung und Temperaturen um 5° war dann im Zelt von Lena, Evgenya und Alik die Nacht dann aber gegen 2 Uhr vorbei. Aber der Retter lag ja nur ein Zelt weiter, wachte vom Zähneklappern der Frierenden auf und versorgt seine Paddelkumpane mit warmer Ersatzkleidung.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlender Sonne und weiterhin wenig Wind. Um 11 Uhr ginge es dann wieder zurück in Richtung Fürstenberg. David setzte seine Taätikeit als singender Animateur fort, ich und der Kanadier vertrugen uns mitlerweile auch ganz gut so dass alles nach einer problemlosen Heimreise aussah. Einzig die am Vortag bei unser Pause liegengelassene Jacke war nicht mehr zu finden und ein paar Tropfen Nieselregen trübten den Gesamteindruck der heutigen Paddeletappe.

Gegen 17:00 Uhr wurde bei Nordlicht angelegt alles eingepackt und verstaut. Und dann gegann das Drama mit der Deutschen Bahn. Ich will es kurz machen durch verschiedene Umstände (Verspätungen, Züge auf den falschen Bahnsteigen, kurzfristige Durchsagen...) wurden wir gezwungen mit Sack und Pack mehrmals den Bahnsteig zu wechseln, das letzte mal 1 Minute vor Abfahrt. Spätestens jetzt waren wohl alle geschafft und müde.

»Fazit

trotz aller Schwirigkeiten eine schöne Tour, nur für mich steht fest, Kanadier fahre ich demnächst nicht wieder und 2 Tage sind eigentlich für Paddeltouren mit Anreise zur kurz. Da werde ich mich in Zukunft auf Radtouren beschränken.

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