Pfingsten auf der schönen Moldau

1 - Die Tour

Wer und Wann

Mandy, Stefan und Holger im Boot und der André zu Fuß durch die Berge

14.05. - 21.05.2005

>>> Galerie

>>> GPS-Track

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Die Strecke

Vyšši Brod - Boršov ca 70 km mit vielen Sehenswürdigkeiten an der Strecke

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Kartenskizze

siehe oben


3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Sonnabend 14.05. - Anreise

Sa 14.05. Alles begann mit einem Sturm… Nach dem Holger mit neuer Sichthilfe ausgestattet (siehe Kenterung auf der Saasle) war, fuhren wir nach Prag. Es wurden Paddel für die Wikingerscharen gekauft, Zugfahrer André in Praha-Holesovice eingeladen und weiter ging es in die Nähe des großen Lipno-Stausees. Auf dieser Fahrt entstanden große philosophische Fragen wie: "Was denken Fliegen beim Aufprall auf die Windschutzscheibe?" "Gibt es so große Ähnlichkeiten zwischen einem Golden Retriever und einer nackten Frau, dass man sie miteinander verwechseln kann?" (bei Interesse André dazu befragen) … und dann kam der Sturm. Würde er je wieder aufhören? Liegen wir morgen früh mit unseren Zelten im See?


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»So 15.05. Die ersten Schnellen

Und der Sturm ging. Am anderen Morgen konten wir das strahlende Gelb des Blütenmeeres vor unserem Zelt beim frischen Kaffee richtig genießen. Und an der beeindruckenden Staumauer des Lipnostausees gab es den ersten intensieven Blick auf die Moldau. Im Sonnenschein wanderten wir durch die Anlage eines alten Zisterzienserklosters in Vyssi Brod und danach hieß es: André auf Wanderschaft schicken, Boote zusammenbauen und sich in die Stromschnellen werfen - samt Boot.

Nach den ersten schweißtreibenden Engen und etwas zügigeren Wasserverläufen wurden die Stromschnellen zur Normalität und gestalteten das Fahren interessant und wenig kräfteraubend. Am Abend wartete André bereits auf dem Biwak-Platz hinter Rozmberk und erinnerte sich vor den Ohren der ausgehungerten Paddler immer wieder in aller Ausführlichkeit an den köstlichsten Gänsebraten, den er sich unterwegs gegönnt hatte.


neben den offiziellen Campingplätzen findet man alle Nase lang auch schöne Biwakplätze zum Niederlassenbild

Cesky Krumlov - eine malerische Mittelalter-Filmkulissebild

»Mo 16.05. Cesky Krumlov

Die Moldau führte uns - durch Bootsrutschen und über Wehre - nach Cesky Krumlov - UNESCO-Weltkulturerbe.

http://www.krummau.de/
http://www.ckrumlov.info/docs/de/kaktualita.xml
wikipedia

Am Abend schmiss sich die Handvoll Wikinger in Schale, um die Sehenswürdigkeiten und Fresstempel des Ortes zu überfallen, wobei es garnicht so einfach war noch landestypische Köstlichkeiten (Gulasch Knödel und Palatschinken) zu finden, die Mehrzahl der Touristen wünscht sich wohl Pizza, Spagetti und andere untypische Gerichte. Mit einem Besuch der zweitgrößten Burg Tschechiens (10ha) und einer zünftigen tschechischen Lokalität beendeten wir den Tag. bild


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»Di 17.05. Lagerfeuer und Knüppelbrot

André verließ uns und der Rest der Wikinger musste allein die Moldau erobern. Wir paddelten unter der traumhaften Burgkulisse Cesky Krumlovs entlang und "nur" vier Wehre stellten sich uns in diesem Ort in den Weg. Aber das konnte uns nichts anhaben: die Wikingerinstinkte erwachten wieder bei den Männern und das Umtragen wurde zur Routine. Am Rande findet man auch solche Industrieanlagen aus einer anderen Zeit. An diesem Abend wurde am Fuße eines Felsmassivs wildgecampt - mit Erlaubnis. Aus dem Wald tauchte der Landbesitzer auf: "Privat - Zelten impossible - OK. One night." Grimmig zog er wieder seiner Wege. Das hieß für uns: Lagerfeuer aufbauen, Knüppelteig und Cevapcicis herausholen und alte Ferienlagertage aufleben lassen. demnächst findet man auf der Seite auch Rezepte für Leckeres wie Stockbrot und anderes.


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»Mi 18.05. Als der Regen kam

Warum ist das Gesicht feucht? Kann mal jemand das Dauerklopfen abstellen? Es regnete: mal langsam, mal schnell; dicke und weniger dicke Tropfen; aber er war und blieb nass - und wollte auch nicht aufhören. Wir bekamen schon Wahnvorstellungen: War da nicht eben eine leicht bläuliche Stelle in der grauen Regensuppe? Die Zelte verwandelten sich in Swimmingpools und innerhalb einer Minute war der Topf fürs Kaffeewasser voll. Alles war nass, nur der Humor blieb noch trocken - doch das soll sich auch noch im Laufe des Tages ändern.

Die triefenden Sachen wurden im Boot verstaut und nach nur 8 km strandeten wir auf einer Zeltplatzbaustelle in Zlata Koruna. Etwas Kaffee und Wodka und die Welt sah schon wieder viel trockner aus. Abends gab es dann noch ein reichhaltiges Essen mit Bier und Slivovice unter den Siegerpokalen und dem Foto der Dorfmannschaft Spartak Zlata Koruna sowie eine kurze Klosterbesichtigung bei nun wieder wolkenlosem Himmel.


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»Do 19.05. Auf nach Budweis

Heute stand die letzte Paddeletappe bis Borsov vor Ceské Budejovice auf dem Plan. Nach einem Ständchen und Geburtstagstörtchen (Mandy hatte Geburtstag!) stellten wir uns zum letzten Mal den Stromschnellen und einer wunderschönen Landschaft. Auf unserem Zielzeltplatz waren wir die einzigen Gäste. Komisch, lag es vielleicht an der gegenüberliegenden Fabrik, in der es die ganze Nacht rumpelte und Millionen von LKWs am Ufer beladen wurden? Oder vielleicht an den gefräßigen Mäusen und dem bettelnden Entenweibchen, das penetranter als ein Versicherungsvertreter war?

Budweis - nicht nur Bier und Koo - I - Noor Stifte


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»Fr 20.05. Ein Tag Abseits von Wasser und Wehr

Die Boote wurden abgebaut und Stefan begab sich auf eine Bahn-Odyssee, durch die südtschechische Wüste irrend, vorbei am wirr-redenden Schaffnerinnenungeheuer, um das Auto zu holen. Nach diesen Abenteuern besichtigten wir Budejovice und schlemmten die vorerst letzten Palatschinken in einer Kneipe, in der es doch tatsächlich kein Budweiser gab. Den Übernachtungshöhepunkt erlebten wir auf einer weit abgelegenen Wiese hoch oben in den Bergen über der Berounka und nur ein brunftiger Rehbock leistete uns Gesellschaft.


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»Sa 21.05. Burg Karlstein

Bevor es nach Hause ging, gab es noch einen Abstecher zur Burg Karlstein inklusive einer schweißtreibenden Cannyon-Wanderung und dem Verspeisen des nun definitiv letzten Palatschinken. Aber der nächste kommt bestimmt!

Ein Dank an die Dauerberieselung durch "Radio Faktor"! Holger wird es vermissen.

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»Fazit

Diese Tour und das Umfeld bietet für jeden was. Egal ob man zu Fuss, mit dem Boot oder dem Rad unterwegs ist, egal ob man Kultur oder Natur bevorzugt, egal ob man Stromschnellen oder gutes tschisches Essen mag. Sitzt man im Boot sollte man ein wenig Erfahrung auf Wanderfließgewässern mitbringen oder jemanden dabei haben der diese Erfahrungen hat und auch weitergibt.


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