Die Warnow - Jan, der Trockenanzug und das kalte Wasser

1 - Die Tour

Wer und Wann

Jana, Birgit, André und Jan

Ostern 2006, 4 Tage

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Die Strecke

  • 1. Tag 15km Blankenberg – Brüeler Bach – Weitendorf – Bagsdorf,
  • 2. Tag 20km Bagsdorf - Warnow- Durchbruchstal – Eickhof – Zernin,
  • 3. Tag 27km Zernin – Rühn – Bützow – Kambs – Vorbeck – Schwaan,
  • 4. Tag 27km Schwaan – Rostock,

insgesamt gute 90 km

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Kartenskizze


3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Karfreitag, 14. 04. 06

Lübz – Blankenburg – Brüeler Bach – Weitendorf – Bagsdorf, 14km

Also doch nicht die Elde. Eigentlich war der Plan ja, von Waren über die Müritz nach Plau und dann die Elde hoch zu meiner Oma zu fahren. Jedenfalls war das mein Plan. Aber der fand keine allgemeine Zustimmung, und da wir uns entschlossen hatten mit Jan und seiner Freundin Birgit zu fahren, stand die Warnow auf dem Programm. Und so kam es, das ich bereits Mittwoch nach Lübz gefahren war, von wo aus ich nun auf dem Weg nach Blankenberg war. Dort wollten wir uns treffen, Boote aufbauen und dann einsetzen im Tempziner See. Die Nacht über hatte es wie aus Kübeln gegossen, früh um acht regnete es immer noch, und Oma, die mich bis zum Bahnhof brachte, schaute mich zweifelnd an. Bei dem Wetter wollt ihr paddeln, auf einem Fluss mit Stromschnellen und Hindernissen noch dazu? Wollt ihr denn um jeden Preis nass werden, und das bei einstelligen Außentemperaturen? Versteh einer die Jugend.

Doch genau das hatten wir vor. Jan, der diesen Fluss bereits aus dem Vorjahr kannte, meinte, so gefährlich sei das paddeln dort ja nun auch nicht, doch als er einen Trockenanzug anzog bevor er ins Boot stieg, kamen uns wiederholte Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. Wir kennen ja Jan. Und der behauptete, den Trockenanzug nur zu tragen, um uns beim Ein- und aussteigen behilflich zu sein. Wer´s glaubt!

Der Zug jedenfalls bummelte durch die Dörfer, vertraute Namen und Landschaften zogen an mir vorbei, Parchim, Ludwigslust, hügelige Felder, Seen und Wälder. Und je näher ich dem André kam, desto heller wurde es. Und in Blankenberg dann, wo ich bereits am Bahnhof erwartet wurde, schaute scheu die Sonne hinter den Wolken hervor. Auf die Boote schien sie jedoch noch nicht, die waren noch gar nicht aufgebaut, dabei waren die anderen doch schon 2 Stunden da? Na ja, ohne mich läuft halt nichts. Einen schönen Rastplatz mit Wiese hatten sie sich ausgesucht, direkt am Wasser, das vom Wind weit aufs Land gedrückt wurde und den Steg unter sich begraben hatte. Im Sonnenschein bauten wir auf, doch als wir endlich fertig waren, waren schon wieder bedrohlich aussehenden Wolken aufgezogen, es ging ordentlich Wind.  Und als wir dagegen ankämpften, einmal quer über  den Zempiner See, da brach auch schon ein Hagelschauer über uns herein, den wir jedoch unter Kapuze und Spritzdecke gut geschützt gelassen hinnahmen.

Am anderen Ende angekommen fuhren wir in den Brüeler Bach, mussten dort an einem Wehr bereits das erste Mal umtragen, eins von vielen. Obwohl, irgendwann wurde es uns zu bunt, und trotz Warnungen im Jübermann fuhren wir später Wehre und Sohlgleiten, an denen umtragen empfohlen wurde. Erstens war der Wasserstand sehr hoch, zweitens unser Boot sehr schwer und drittens wurde der Bach rückgebaut, so dass die Wehre längst nicht mehr so steil waren, wie in der Karte verzeichnet.  Überhaupt schien der Brüeler Bach genauso wie die Warnow später ein recht freundlicher Fluss zu sein, mit Strömung zwar, aber nicht so bedrohlich, wie die Beschreibungen im Internet geklungen hatten. Eigentlich sogar sehr schön, mit Wiesen zu beiden Seiten, Feldern, kleinen Dörfern. Nur das erste Wiesenwehr hätte uns beinah aus dem Boot gekippt, nicht das schnell fließende Wasser war das Problem, wir hatten vorbildlich die Paddelstütze im Anschlag, sondern das danach folgende Rohr, das bei dem hohem Wasserstand so niedrig war, das wir uns bei voller Fahrt ganz schön ducken mussten. Denn Bremsen war nicht! Aber beide Köpfe sind noch dran.
Als in Weitendorf der Brüeler Bach in die Warnow mündete, wurde es auch schon langsam Zeit, nach einem geeignetem Zeltplatz Ausschau zu halten, vorher aber mussten noch die Wasserflaschen gefüllt werden.  Jan, der den Wasserhahn nicht überreden konnte, schickte mich und Birgit vor zum Wasserholen. Der Wasserhahn war zum drücken, nicht zum drehen, das hatte unser Ingenieur im Gegensatz zu uns nicht herausfinden können, und so waren wir schon wenig später und ohne an Türen klingeln zu müssen mit gefüllten Flaschen wieder da. Die Zeltplatzsuche gestaltete sich dann schwierig, vier Personen bedeuteten in diesem Fall vier Meinungen, so dass wir Probleme hatten, uns zu einigen. Ich wollte nicht unter Bäumen oder im Schilf, es war Sturm angesagt und da kann einem allerlei auf den Kopf fallen, und von einem Wildschwein auf dem Weg zum Wasser wollte ich auch nicht überrannt werden, André und Jan wollten aber immer genau diese Stellen, sie meinten, dort wäre man am besten Sicht geschützt. Als ob sich jemand für unsere zwei Zelte interessieren würde! Und Birgit wollte sowieso schon aus Prinzip immer ganz woanders.
Viel Besichtigungen und einige Flussschleifen später gabs dann doch noch einen Platz, der uns allen gefiel, und bald summten die Kocher vor den Zelten auf der Wiese. Couscous und Gemüse, dann ein André der keine Zähne putzen wollte und sich dann doch überreden ließ, und kaum das die Sonne untergegangen war, lagen wir in den Schlafsäcken, wo André uns vorlas, was uns morgen alles Gefährliches im Warnow- Durchbruchstal erwarten würde. Findlinge und quer liegende Bäume nämlich.


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»Samstag, 15.04.06

Bagsdorf - Warnow- Durchbruchstal – Eickhof – Zernin, 19km

Heute ist es passiert! Jan hat ein Bad genommen. Bei einem quer liegenden Baum ist er gekentert, nach einer ausgedehnten Mittagspause in Eickhof, wo wir Wildwasserfarhrern beim Slalom in den Stromschnellen zugesehen haben, nachdem wir unsere eigenen Boote über Land umgesetzt hatten. Bei soviel Action wollte Jan wohl auch ein bisschen wilder fahren und hat dabei gleich seine Trockenhose auf Funktion getestet. Resultat: funktioniert hervorragend, solange kein Wasser von oben rein kommt.

Taucht man jedoch mit dem Kopf unter Wasser, wird’s nass. So ist das also. Leider haben wir diesem spektakulärem Ereignis gar nicht beigewohnt, wir waren selber noch in den Schnellen und so mit uns selbst beschäftigt, das wir uns beim passieren besagter Stelle nur wunderten, warum Jan und Birgit schon wieder an Land waren. Wir waren doch gerade erst los gefahren? Und wieso steckte Jan´s Paddel vor dem Baumhindernis? Und wieso hatte er plötzlich nasse Haare? Ich werde es wohl bis an mein Lebensende bedauern, das ich das nicht gesehen habe.
Wir legten mit dem Vuoksa bei nächster Gelegenheit, die gar nicht so bald war, denn es ging doch etwas zur Sache, im Kehrwasser an, und André ging mal nachschauen, warum Jan, der doch längst am Ufer war, so hysterisch nach ihm rief. Weil sein Paddel losgekommen und stromab geschwommen war! Leider haben wir es nicht vorbei treiben sehen, zwei Paddler im Plasteboot machten sich auf die Jagd und holten es tatsächlich noch ein. So konnte es also weiter gehen, nachdem Jan seinen Kahn gelenzt hatte. Viel Mitleid hatte er von uns nicht zu erwarten, er, der doch immer so tut, als wäre das alles eine Kleinigkeit für ihn, und der nun nass wie ein Pudel aber froh über das zurück gewonnene Paddel neben uns dahin trieb.
Dabei sollte in Eickhof doch eigentlich schon alles vorbei sein. Das Durchbruchstal war aufgrund des hohen Wasserstandes sehr angenehm zu fahren und lag bereits hinter uns, die Findlinge waren unter Wasser und somit gar nicht zu finden, an den im Wasser liegenden Bäumen kann man auch gut vorbei, mal ging es etwas schneller, aber wir hatten mehr Spaß als Angst. Und freuten uns, das wir so gut miteinander zurecht kamen im Boot. So mussten wir nicht so viel ins Wasser gucken, sondern konnten uns am Durchbruchstal erfreuen, das an den Seiten immer weiter hoch ging. Buchen und Erlen standen am Ufer und streckten ihre Wurzeln ins Wasser. Das Flüsschen schlängelte sich in unzähligen Windungen durch diese urwüchsige Landschaft, mit den ins Wasser ragenden Luftwurzeln und der Sonne im Rücken kamen wir uns bald vor wie im Amazonas. Und wilde Tiere hatten wir auch! Eine Schlange verfolgte Birgit, eine Ringelnatter, ein Stück schwamm sie genau neben unserem Boot mit uns stromab. Ein wildes, wildes Tier. Krokodile haben wir aber nicht gesichtet.
Beim Lagerplatz suchen gab es die schon gewohnten Diskussionen, außer mir, die ich an Ort und Stelle bleiben wollte, schien niemand eine Meinung zu haben wohin, nur hier, da wollte man nicht bleiben.

Während die Jungs dann doch mal an Land die Gegend besichtigten, habe ich für ein Stündchen im Boot gelegen und gedöst, und siehe da, nach eingehender Inspektion konnten wir ein Stück flußab bleiben. Mit Männern braucht man nur Geduld.

André war dran mit kochen, womit er uns alle unterhalten hat, und siehe da, er hat etwas gelernt: nämlich, das die Dinge, die am längsten kochen müssen, als erstes in den Topf gehören. Und noch allerlei andere nützliche Kleinigkeiten. Wie gesagt, man muss sie machen lassen…
Die Vögel rundum veranstalten ein Abendkonzert, wir waren auf einer ziemlich feuchten Wiese zwischen Warnow und einem namenlosen Bach, dahinter begann der Wald, so das hier jedes Tierchen seine Nische finden konnte, und sie alle lieferten sich ein Wettsingen gegen das die Frösche anquacken. Und Mücken gibt es ja noch nicht. Wildschweine, die meine Bratwürste im Vorzelt finden, hoffentlich auch nicht.


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»Ostersonntag, 16.04.06

Zernin – Rühn – Bützow – Kambs – Vorbeck – Schwaan, 25km

Ostereier suchen am Morgen. Ich wurde mehrmals im Zelt fündig, André musste trotz Regen schon draußen suchen, im Schilf hatte der Osterhase einen Kranz samt Ei für ihn versteckt. Der Regen hatte schon am Abend begonnen, kaum das wir in den Schlafsäcken lagen. Das hatte aber den Vorteil, dass er etwaige Heimkehrer vom Osterfeuer direkt nach Hause und nicht zu unserem Zelt leitete.  Am Morgen hätte er meinetwegen dann schon aufhören können, zumal unser Zelt und auch mein Schlafsack von Kondens- oder sonstiger Feuchte ziemlich nass war. Tat er aber nicht. So bedurfte es einigem guten Zureden und einer großen Tasse Kakao um aufzustehen, dann ging es aber doch. Schon allein, weil es im Zelt auch nicht trockener war.
Da war es doch schon besser, im Boot unter der Spritzdecke zu sitzen, beim paddeln wurde uns schnell warm, nur ab und an verirrte sich ein Regentropfen von der Kapuze in den Ausschnitt. Die Landschaft war, so man denn einen Blick dafür hatte, mal wieder recht abwechslungsreich, Schilfgürtel und Auenwälder wechselten mit Wiesen und Dörfern.

Da wir kaum gefrühstückt hatten, war die Motivation in Bützow, wo wir aussteigen und ein Wehr umtragen mussten, bei anhaltendem Regen schon deutlich gesunken. Es gab einen Bahnanschluss und in Greifswald lockte einen heiße Badewanne und Würstchen am Kamin. Doch eh wir der Versuchung erliegen konnten, hörte der Regen kurz auf, und mit gefülltem Magen neu motiviert konnten wir uns dann doch nicht entscheiden, das Boot abzubauen. Also gings weiter, der Regen war wirklich schwächer geworden und wo er aufhörte lag das Wasser dunkel, schwer und spiegelglatt wie flüssiges Blei, über das wir lautlos glitten. Wir beglückwünschten uns dazu, noch dabei zu sein, und genossen die gedämpfte Stille. Das war schön.
Der Campingplatz war nicht schön, auch wenn wir am Wasser stehen durften, alles voller Dauercamper die ihr Areal sorgfältig mit Rasenkantensteinen eingefasst hatten und sich keine andere Beschäftigung wussten, als Osterwasser zu trinken. Wenigstens gab es eine Feuerstelle, so dass wir doch noch die Lübzer Zwerge essen konnte, neugierig umringt von einigen Kindern. Ein Junge, der um jeden Preis unsere Aufmerksamkeit erlangen wollte, und sei es dadurch, das er Zeugs in Feuer und unsere Würstchen vom Stock stieß, und ein Mädchen, das seiner Oma, mit André am Steg stehend, zu rief, der Onkel passe schon auf sie auf.  Das tat der Onkel auch, hochgradig amüsiert und angetan von diesem netten Kind, welches ihm erzählte, das die Fischmuttis jetzt ihre Kinder ins Bett bringen. Und da der Campingplatz über eine großen Spielplatz verfügte, schlichen sich auch die großen Kinder im Schutze der Dunkelheit auf diesen, um nach Herzenslust zu wippen, zu schaukeln und sich zu jagen. So schlimm war der Platz dann also doch nicht.

Und da es aufgehört hatte zu regnen, waren durch die gebündelte Kraft von Wind und Kocher auch unsere Behausung und mein Schlafsack wieder trocken genug, um drin zu nächtigen. Nur die Kühe gegenüber wurden von lärmenden Dauercampern übertönt, worüber sie sich laut muhend beschwerten. Aber wer hört schon auf Kühe?


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»Ostermontag, 17.04.06

Schwaan – Rostock, 25km

Heute keine toten Wildschweine im Wasser. Das Leben scheint auf dem unteren Teil der Warnow wesentlich gesünder oder aber die Wildschweine wasserscheuer.

Die Sonne weckte uns früh, wir können es selbst kaum glauben, und flugs ist alles Gepäck zusammengepackt, wir haben ja viel vor. Während Jan und Birgit noch beim Frühstück sitzen, sitzen wir bereits im Boot. Wir haben ja noch einige Kilometer, Rostock heißt unser Ziel, wer weiß, vielleicht sogar Warnemünde.

Die Warnow, hier ein breiter und gemütlicher Strom, schlängelt sich durch die Landschaft, an Schwaan vorbei, Schilf wechselt mit Auenwäldern. Hinter Benitz beginnt ein Naturschutzgebiet, in dem wir sogar einen von einem Biber zu Recht genagten Stamm erblicken. Der Baumeister selbst hält sich jedoch bedeckt. Noch ist es früher Morgen, zeitweise ist es fast windstill und das Wasser spiegelglatt, zu hören nur das Gezwitscher der Vögel. Wir gleiten lautlos dahin, paddeln im Gleichschlag, die Sonne wärmt den Rücken. Hier ein Reh beim trinken, dort ein Kormoran, dann wieder Kraniche. Ab und an verrät ein Kirchturm ein Dorf.
Eh wir uns versehen, sind wir schon in Pölchow, wo es Zeit für ein zweites Frühstück wird. Es gibt Brot, Knäcke, Kekse, Obst. Wie immer haben wir viel zu viel zu essen, kein Wunder das der Rucksack so schwer war. Hinter Pölchow dann wird die Gegend zunehmend urbaner, jedes Haus hat hier seinen eigenen Bootssteg, überall die drohenden „Privat“ - Schilder. Gäbe es dieses Wort noch nicht, nach der Wende hätte man es hier erfunden. Behauptet zumindest André, und wahrscheinlich hat er Recht. Warum nur muss das so sein? Wieso schreiben die Leute nicht zur Abwechslung mal „Willkommen“ auf ihr Schild? Egal, wir wollen sowieso nicht anlegen. Nur wenige Kilometer weiter queren wir die Autobahnbrücke, deren Lärm uns noch weit den Fluss hinunter verfolgt, nur weg, immer weiter.
Links zieht Papendorf an uns vorbei, und der Himmel zieht sich zunehmend zu.

Als die ersten Tropfen fallen erreichen wir die Stadtgrenze von Rostock, und hier, ausgerechnet hier, wo schon Neubauten in Sicht und die Menschen so nah sind, hier sehen wir ein Eisvogelpärchen. Leuchtend blau sitzen sie auf dem Ast, turnen herum, fliegen auf uns zu und präsentieren dabei ihren Orange leuchtenden Bauch. Wie wunderschön. Schon als Kind hatte ich ein Vogelbuch, doch heute sehe ich den Eisvogel das erste Mal im Original. Und er hat noch viel leuchtendere Farben als ein Bild wieder geben könnte.

Der Stadtteil Kassebohm zieht vorbei, am Rostocker Kanu- Club ist die Schleuse bereits in Sicht. Da der Himmel sich komplett bedeckt hat und es sich einzuregnen scheint, beschließen wir hier auszusetzen. Am Steg angelandet, Boot ausgepackt, den Vuoksa auf den betonierten Platz gebracht, eine halbe Stunde später steht er verpackt auf seinem Wagen. Wir räumen noch die restlichen Sachen von den Wasserdichten Ortliebs zurück in den Rucksack, dann rollen wir los, dem Bahnhof entgegen. Nach einem längeren Fußmarsch, bei dem ich unter meiner Last so stöhne, dass André sie mir abnimmt, erreichen wir um 14.30 Uhr den Hauptbahnhof, den Zug nach Greifswald sehe ich noch ausfahren. André lässt seinen ebenfalls davonfahren, ich stehe am Gleis und warte auf ihn, werde noch fast verhaftet weil in meinen Rucksack, den ich natürlich nicht mit mir herumschleppen will, eine Bombe vermutet wird, dann finde ich ihn in der Bahnhofshalle herumtrödeln. Er hatte gehofft, das ich den Zug verpasse und wir noch ein bisschen zeit miteinander haben, gemeinsam sitzen wir auf dem Bahnsteig in der Sonne und lassen uns Brötchen mit Käse schmecken, bevor um 15.46 mein Zug nach Stralsund fährt. Ein letzter Blick aus dem Fenster auf die Warnow, die uns vier Tage lang treuer Begleiter war, dann geht’s nach Haus. Und Andre fährt nach Berlin davon.

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