Oderbruch - eine Endeckung gleich um die Ecke

1 - Unsere Tour

Wer und Wann

Holger, Adrian, Lutz, Hendrik, Thomas und Peter

2 Tage im Juli 2009

>>>Galerie

>>>GPS-Track

bild

Die Strecke

Tag 1: 22km
Hohenwutzen/Neuglitzen -> Nähe Bralitz

Tag 2: 6km
bis zum Wehr und Pumpwerk Neutornow
das Umtragen in Neutornow schien uns für So-Nachmittag zu mühsam



Kartenskizze

 


3 - Die Tour in Wort und Bild

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»Intro

Immer wieder stellt sich die Frage, eine Paddeltour für 2 Tage lohnt sich das?

Hiermal die "Arbeitspakete" abseits des reine Paddelns:

  • Ausrüstung zusamen stellen (vorallem die Paddelspezifische)
  • Verpflegung nach Möglichkeit schon vorher einkaufen - wer weiß welche Einkaufsmöglichkeiten es gibt
  • Hin- und Rückfahrt mit dem ganzen Gerödel
  • Bootsaufbau und Bootsabbau
  • Nachbereitung (vorallem trocknen und säubern des Bootes)

In der Summe steht der Aufwand für Vor- und Nachbereitung meist in keinem vernümpftigen Verhältnis zu den paar Stunden die man noch auf dem Wasser ist.

Wie kann man Abhilfe schaffen:

  1. praktisches Boot (klein, leicht, schneller Auf- und Abbau oder ein Festboot)
  2. Ausrüstung auf das Wesendliche beschränken
  3. Paddelrevier mit kurzer Anfahrt und Abfahrt wählen und keine komplizierten Shuttelaktionen machen

...

Genau die letzten drei Punkte haben wir diesmal hinbekommen:

  1. mein neuer Faltbootwinzling erfüllt im Gegensatz zum Ladoga1 alle Bootsbedingungen
  2. ich habe es jedenfalls versucht
  3. Die Endeckung der Saison - Der Oderbuch
    etwa 70km (1h15min) mit dem Auto von Berlin - Prenzlauer-Berg

»Freitag Abend - Die Ankunft

Während Lutz und Peter den direkten Weg zur Oder wählten, sah es bei Thomas und Hendrik sowie bei Adrian und mir etwas anders aus. Thomas und Hendrik mußten noch den RZ85 vom Papa abholen und Adrian nutzte die Gelegenheit einig Stationen seiner Vergangenheit am Wegesrand auf zu suchen. Grundwehrdienstkaserne, Abendschule usw. So brauchten wir auch wegen einer Umleitung fast 4 Stunden um den verabredeten Treffpunkt an der Oder zu finden. Bei Thomas und Hendrik dauerte es ähnlich lange. Das führte aber dazu, dass alle 3 Autos fast gleichzeitig ankamen.

Nach Rückfrage bei den Einheimischen bauten wir Zelte und Boot auf dem Gelände eines Sport- und Spielplatzes auf. Dabei spielten sich am Himmel beeindruckende Schauspiele ab - das Wetter konnte sich nicht so richtig zwischen Wolkenbuch und Sonnenschein entscheiden. Am Ende hatten wir aber Glück heute trocken zu bleiben.

Auf der Tour gab es im Wesendlichen zwei neue Dinge zu Bestaunen. Zunächst Zwei "Neuwikinger". Für Hendrik und Thomas war es die erste "Gepäcktour". Hendrick war zwar schon öfters mit Faltboot unterwegs, da aber nur im Rahmen von Tagestouren mit Papa oder mit Freundin. Thomas saß noch nie im Faltboot aber schon ab und zu für einen Tag in einem Leihboot. Für die Beide war sicher die spannenste Frage, wie bekommen Sie ihre noch nicht "paddeloptimierte" Ausrüstung unter und wie läuft das überhaupt alles so ab - es ist ja fast alles neu. Um es vorweg zu nehmen ich habe schon viele Leute gesehen (mich eingeschlossen) die stellten sich beim "ersten Mal" viel dämlicher an. Na klar dauert das Packen der Ausrüstung und das Verladen ins Boot ne Stunde länger als bei den "alten Hasen" aber es gibt genug Leute die machen das schon seit Jahren und da dauerts noch länger. An der Einen oder anderen Stelle ist die Ausrüstung noch nicht up-to-date. Aber das kommt nach und nach. Leute - Test bestanden!

Die zweite Neuerung bestand in Adrians neu gebraucht erworbenen Aerius-Einer. Bei den bisherigen Touren war Adrian entweder Beifahrer in Zweier-/Dreierfaltbooten oder war in Einer Schlauchkajaks von Gabener unterwegs. Diese sind zwar aus logistischer Sicht ganz praktisch (17kg und ein handliches Packet), aber wenn man damit einem RZ 85 folgen soll, hat man nicht sehr viel Spaß. Und so war Adrian auf stehenden Gewässern doch sehr unglücklich mit diesen Booten. Deshalb musste was neues/besseres/praktischeres her.

Bevor ich weiter auf Adrians neues Boot eingehe, muss ich noch was zur Ehrenrettung der Schlauchboote sagen und hier mal meine unbedeutende Meinung abgeben: .... Ich hatte auch einige Male das Vergnügen eines seiner Schlauchkajaks zu paddeln und konnte folgendes feststellen:

Pro:

  • sehr praktisch und reisetauglich (Gewicht, Packmaß)
  • super schneller Auf- und Abbau
  • meine normale Reisegeschwindigkeit lag bei gut 6km/h (GPS gemessen) auf stehenden Gewässern und 30 km am Tag (MeckPom)
  • auf Fließgewässern sehr wendig und unempfindlich
  • sehr unempfindlich gegen Hindernisse aller Art
  • gut auch ohne Steuer zu fahren (wenn der Wind nicht Ärger macht)
  • Wenn man den Platz clever ausnutzt bekommt man genauso viel weg wie im normalen Faltboot
  • man sitzt prinzipbedingt (Luftboot) sehr bequem, allerdings etwas tief (aber da kann man sich ja behelfen)

Con.:

  • windanfällig auf offenen Gewässern
  • kaum Geschwindigkeitsreserve zwischen gemütlich und zügig (Vmax war gut 7km/h für eine halbe Stunde - aber das macht kein Spaß)
  • beim tragen über Land nervte es mich wenn das Boot in der Mitte bis zum Boden durchhängt (kaltes Wasser lässt die Luft im Inneren sich zusammenziehen)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Boote duchaus Ihre Berechtigung haben und mehr Pros als Kontras aufweisen. Ich glaube ein großer Teil der allgmeinen Abneigung gegen diese Bootsart hat ihre Ursache in Vorurteilen oder in der nicht so dynamischen Bootsform und weniger in objektiv bewerteten Eigenschaften.

Nun aber wieder zum neuen Mitglied der Wikingerflotte. Ich glaube die Entscheidungsfindung von Adrian ging über ein Jahr. Am liebsten wäre ihm ein Feathercraft Wisper, aber der Preis ..., und gebraucht bekommt man den auch nicht so leicht. Ausserdem will er ihn ja nicht nur kaufen weil er "schön" ist, sondern er soll ja auch die erhoffte Leistung bringen. Aber das kann man ohne Probepaddeln nicht beurteilen. Die Möglichkeit Im Frühjahr, im Rahmen einer Outdoormesse am Wannsee eine Runde mit de guten Stück zu drehen verpasste er leider.

Also was tun, wenn unbedingt was Besseres her soll? Erstmal Ratschläte einholen, dann verschiedene Aspekte gegeneinander Abwägen und dann zuschlagen.

Nachdem die ersten beiden Punkte abgearbeitet waren schlug Adrian (gegen alle Empfehlungen), dann bei einem gebrauchte Aerius Einer zu. Ich denke ausschlaggebend war dabei die Qualität der Klepperboote. Aspekte wie Gewicht und Geschwindigkeit können es ja nicht gewesen sein. Dieser Einer wiegt mit Zubehör fast soviel wie ein aktueller russischer Dreier und gilt nicht gerade als Rennboot (Aber das werden wir mit ausführlichen GPS-Messreihen noch testen). Und auch die angeblich so geniale aufbaufreundliche Konstruktion der Klepperboote, hat sich bisher nicht in besonders schnellem Aufbau niedergeschlagen. Was beim Bootskauf ganz entscheidend ist, ist der Wohlfühlfaktor - fühle ich mich in dem Kahn gut aufgehoben (bequem, sicher, Einheit von Paddler und Boot)? Und das konnte Adrian mit einem ganz klaren Jaaaaaaa beantworten. In meinem Ladoga beispielsweise hat er sich eingeengt gefühlt. Ob er in Zukunft weniger Geschwindigkeitsprobleme hat, wird sich zeigen. Ich jedenfalls kann sagen, das der Aerius Einer deutlich schöner aussieht als sein dicker Zweierbruder. Ich habe da echt schlimmeres erwartet. Andere waren zwar der Meinung ein E65 ist um Längen schnittiger, aber das kann ich ohne beide Boote nebeneinander zu sehen nicht beurteilen.

Kleine Geschichte am Rand, zu einem klassischen Faltboot mit Holzgerüst will ein Ästhet wie Adrian natürlich auch ein Holzpadde. Dass ein kanadisches Edelpaddel auf der einen Seite wunderschön aussieht, gut funktioniert und toll verarbeitet ist aber auf der anderen Seite verhältnismässig schwer (1150gr) und vielleicht zu schade für den harten Einsatz ist sicher einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks oder der Prioritäten. Aber wegen der angeblich schönsten Holzmaserung für einen Einer ein 240cm langes Paddel zu kaufen ist schon sehr speziell - sei nicht böse Adrian aber mit der Story wirst Du bis zu Ende deiner Paddeltage leben müssen.

Nun aber wieder zum eigendlichen Thema - der Oderburchendeckung. Während der Aufbauphase am Abend verhieß der Blick zum Himmel nichts gutes (Bild). Aber alle erkennbaren Gewitterfronten zogen knapp an uns vorbei - wodurch ein nur von vielen Bemerkungen zum Klepperbootssystem unterbrochener (Bild), trockener Aufbau der Boote und Zelte möglich war. Am Ende gabs die Belohnung in Form vieler Scheiben gegrillten Eiweißes.

 


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»Sonnabend - eine seltsame Story

Vorteil des Übernachtens in der Nähe menschlicher Siedlungen ist die Versorgung mit frischen Brötchen am Morgen, so auch diesmal. Anschließend war durch gewissenhafte Erkundung zu klären wo wir die Boote am besten ins Oderwasser bekommen. Das ist je nach Wasserstand sicher etwas unterschiedlich aber man findet sicher immer eine zugängliche Stelle am Ufer.

Wie oft am ersten Tag und dann auch mit den beiden "Frischlingen" an Bord waren wir erst um 12:00 Uhr vollständig auf dem Wasser. An die Adresse der beiden Neuen: sonst wurde es beim ersten Mal noch deutlich später.

Während Adrian sichtlich glücklich mit seinem neuen Boot war war es mir im winzigen Pascha auf dem großen Fluss doch etwas unheimlig. Untiefen, Strudel und Strömung merkt man in solch einem Winzling viel stärker als man es sonst gewöhnt ist. Das Boot ist so leicht, kurz und wendig, dass jede Art von Querströmung sofort zu merken und auszugleichen ist. Die beiden RZ-Fahrer haben da überhaupt nichts von gemerkt. Aber der Weg auf der Oder war ja nur kurz und man gewöhnt sich ja schnell an das Verhalten eines Bootes auf ungewohntem Terrain.

Das was wir nach dem passieren der Schleuse Hohensaaten beim Blick gen Westen sahen ließ nichts gutes ahnen - heute wird uns das schlechte Wetter wohl erwischen. Zunächst erwischte uns aber vor allem ein kräftiger Gegenwind, der die improvisierte Spritzdecke von Lutz zu einer Art Bremsschirm machte(Bild). Trotz des Windwiederstands ließ es sich Adrian nicht nehmen Peter (im KS 75) zu einem kleinen Rennen heraus zu fordern. So weit ich weiss gilt der KS 75 (550cm lang, 75cm breit) als ausgesprochen schnelles sportliches Boot - aber das wußte Adrian nicht. Zwar ist der KS 75 eigendlich ein Zweier (Peter saß alleine drin) aber nach der Beschleunigungsphase war der Klepper schnell chancenlos. Der Pascha im übrigen noch viel früher ;-).

Eine halbe Stunde nach dem Rennen kam es dann dicke, und zwar von oben. Ein paar Minuten trozte ich dem Starkregen, suchte mir dann aber schnell einen geschützten Platz unter ein paar Bäumen am Ufer. Die Anderen taten früher oder später das selbe. Ein wenig leid konnten einem Thomas und Hendrik tun. Erste Tour, heftiger Regen, keine Spritzdecke, Baumwollhosen aber wenigstens den klassische Friesennerz dabei. Dieser Schauer blieb aber am Wochenende der Einzige und das Wetter war so, dass bald alle wieder trocken waren.

In Oderberg wurde es dann langsam Zeit, was zwischen die Zähne zu bekommen. Anlegen kann man ganz gut beim örtlichen Verleiher (beim Museumsschiff) und von dort aus sind es nur 5 min zu einer brauchbaren Lokalität mit Blick aufs Wasser (Namen habe ich vergessen). Bereits vor Oderberg am Südufer (bei Werft und Marina Oderberg) scheit es sehr gute Küche (speziell Fisch) zu geben. Die Küche ist aber eher auf Abendgäste eingerichtet (küche wird aber auch für Tagesgäste angeworfen - dauert nur etwas länger). Auf dem Gelände darf man auch Zelten - also ein guter Tipp für alle die hier erst am Abend vorbei kommen.

Als es nach der Stärkung wieder ins Wasser ging waren wieder 1,5 h vergangen und es war klar in ein, höchstens 2 Stunden muste ein Platz zum Übernachte her. Die in der Linkliste aufgeführte lokale Kartenskizze mit Biwakplätzen und Ein/Ausbootplätzen kündete von einem Platz etwa 5 km die Alte Oder hinauf am Zusammenfluss mit dem Freienwalder Landgraben an - das sollte das Ziel sein - eine Stunde kein Problem. Kurz wurde noch über die Möglichkeit diskutiert einen Abstecher zum Schiffshebewerk zu machen aber das hätte minimum 2 h (6km hin + 6km zurück) gekostet und wäre nur in Stress ausgeartet. Selbst ohne diese Abstecher wurde es reicht unentspannt.

Die Wriezener Alte Oder hat zum Zeitpunkt eine Strömungsgeschwindigkeit von 1 - 1,5 km/h. Gegen eine solche Strömung kommt man natürlich an aber sie wirkt sich doch stark bremsend aus - vor Allem wenn man sich mal treiben lassen will - das geht nicht, man muss immer aktiv bleiben sonst geht es nicht vorwärts. Am Ende des Paddeltages ist ein solcher Abschnitt nicht so angenehm. Der angepeilte Biwakplatz war nach 1.5h erreicht. War aber nicht grade sehr einladent - eher eine "Müllhalde" - Also weiter 1 km lt. Skizze. Es waren dann aber fast 2 km - eine Skizze ist doch was anderes als eine Karte. Bis dahin wurde jedes annähernd brauchbares Stück Ufer untersucht - und das dauert. Die ersten Gereiztheit breitete sich aus - aber da ... ein Zelt, ein Kanadier und ein Steg - juhu und der Platz ist richtig schön und groß. ....

Aber warum nur hat das Pärchen mit ihrem Leihboot, dem Zelt und ihrem Lagerfeuer den ganzen Platz belegt? Na wir werden uns schon einig - dachte wir ....

Nun kommt eine echt unglaubliche Geschichte.

Höflich wie wir sind fragen wir das Pärchen ob Sie was dagegen haben wenn wir uns den Biwakplatz teilen - die Antwort war sehr überraschen "... wenn wir ehrlich sind ja ..." Argumente:

  • gemütlicher zweisamer Abend am Feuer
  • der nächste Platz ist nur ein paar hundert Meter weiter
  • wenn man schwarz zeltet will man seine Ruhe haben und das sollten andere akzeptieren
  • .... blablabla

Wir waren so verdattert, dass ein Boot sich den angeblich nächsten Platz mal anschaute - der war mehr als mies eng und dunkel (für ein Zelt oder eine Angler ok aber mehr nicht).

Nach der ersten Schrecksekunde in der wir nicht so richtig wusten wie mit dieser aussergewöhnlichen Situation umzugehen war - setzte sich der Trotz durch - Boote an Land und Zelte aufbauen.

Unsere Argumente:

  • großer, langgestrekter Platz der durch Bäume sogar räumlich zweigeteilt war
  • nix schwarz Zelten - offizieller Biwakplatz mit Steg und Feuerstelle
  • später Zeitpunkt
  • den sonst üblichen Umgang von Paddlern untereinander konnte man an dieser Stelle wohl kaum anführen.

Das Jungchen machte noch einige Versuche uns umzustimmen, aber traf dabei auf taube Ohren. Ein sehr seltsamer Typ, der sich zwar sehr ruhig aber seltsam vornehm und gestelzt ausdrückte - wo werden solche Leute bloß gezüchtet? Jedenfalls bauten die beiden ganz fix ihr Zelt ab beluden das Boot und schlepten sogar alles Feuerholz in den Kanadia. 15 min später hatten die Wikinger den Platz für sich "erobert" - aber das war nie unsere Absicht und wäre wegen der Größe des Platzes auch überhaupt nicht nötig gewesen. Während der Abfahrt fielen dann wohl so Worte wie "... jetzt könnt ihr Eure Bierkäste rausholen ...". Ich glaube der gute Mann hat uns sehr falsch eingeschätzt ... .

Das Thema begleitete uns fast den ganzen Abend und wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben - weil das hatte noch niemend von uns bisher erlebt.

Nach dieser aussergewöhnlichen Geschichte war nun der arme Thomas zu pflegen. Seine ersten 20km Paddeln sind seiner Schulter nicht sehr gut bekommen und der damit verbundene Schmerz war ihm sehr stark an zu sehen - was tun sprach Zeus. Kurzer Hand wurde aus einem Pullover ein Dreieckstuch improvisiert und der Patient erstmal ins Zelt zum Ruhigstellen verfrachtet. 2 Stunden später ging es dann schon etwas besser und er konnte sich mit ans Feuer gesellen. Hoffendlich geht das morgen wieder ....


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»Sonntag

So wie es sich gehört Sonntag, Sonnenschein, Kaffee und noch ein paar Brötchen vom Vortag. Zwar kamen unsere Freunde vom Vortag beim Frühstück vorbeigefahren, aber das verdarb niemandem die Stimmung.

Um 11 Uhr waren alle Boote im Wasser und die letzen ca. 12 km lagen vor uns - dachten wir.

Aber zunächst war es wichtig wie macht sich die am Vortag überanstrengte Schulter von Thomas - naja es ging wenn auch nicht mit voller Kraft und einer sehr seltsamen Paddeltechnik.

In Anbetracht des guten Wetter, des körperlichen Handycaps und der kurzen Strecke zum Ziel ließen wir es gemütlich angehen, machten bald die erste Kekspause und genossen den schönen Tag.

Bei Neutornow erwarte uns die einzige Umtragestelle, die auf der Karte aber unproblematisch wirkte - lange Rede kurzer Sinn: steile Böschung - Boote nur einzeln an Land zu bekommen - einige abgeschlossen oder auch offene Zeune und sicher 250m Strecke über Land. Dazu hatten wir keine Lust und entschlossen uns dazu, dass die Autofahrer ca. eine Stunde zu den Autos latschen und der Rest irgendwo die Boote abbaut. Da der Bootsabbau vor Ort nicht so ideal war namen die verbliebenen Paddler die leeren Boote ins Schlepp und fuhren langsam 1,5km nach Schiffsmühle zurück. Hier war an einem Hotel/Restaurant viel Platz zum Abbauen.

So wünscht man sich den Bootsabbau - strahlender Sonnenschein, eine große Wiese, 25 Grad und genug Zeit um alles sauber und fast trocken zu verpacken.

Für mich ging der Nachmittag aber nicht so toll zu Ende. Den ganzen Tag hatte ich schon so ein flaues Gefühl und während ich meinen Pascha und den Klepper von Adrian zerlegte wurde es richtig akut. Kalter Schweis, Übelkeit naja das ganze Elend. Die Tabletten von Peter halfen auch nicht. Das einzige was ich tun konnte war die Boote fertig zu machen und mich dann in eine schattige Ecke zu legen.

Besser wurde es die nächsten Stunden aber nicht. Erst als ich auf der Rückfahrt nach den ersten Kurven aus dem Auto ko...te und noch ein paar Minuten im Straßengraben saß ging es mir etwas Besser. Das flaue Gefühl hatte ich aber auch noch die nächsten Tage.

Wo kam es her, wahrscheinlich hätte ich am Vorabend beim Zubereiten des Fleisches mir nicht die Finger ablecken sollen - bin mir ziehmlich sicher, dass es daran lag. Das Fleisch war ja zu dem Zeitpunkt fast 2 Tage ungekühlt unterwegs. Das merken wir uns!!!

Während ich leident in der Ecke lag kehrte der Rest der Truppe noch gemütlich im Restaurant des Hotels ein und fand so einen perfekte Abschluss der kleinen aber feinen Tour.

»Fazit

Für WE-Touren von Berlin aus ist der Oderbruch eine echte Alternative, zumal wir diesmal ja höchstens 15 Prozent der befahrbaren Wasserwege unter den Kiel genommen haben. Wahrscheinlich ist der Charakter dieser Landschaft darüberhinaus je nach Jahreszeit sehr verschieden, so dass es nicht so schnell langweilig wird.

Es hat sich gelohnt!