Was lange währt wird endlich gepaddelt - Die Warnow

1 - Unsere Tour

Wer und Wann

Stefan, Holger, Adrian, Christoph, André L, André, Mecke, Rosie

4 Tage zu Pfingsten 2009

>>> Galerie

>>> GPS-Track

bild
bild

Die Strecke

Wir haben wegen der guten Bahnanbindung die Variante über den Brüeler Bach gewählt.

Tag 1 Neukloster-Blankenberg (Christoph) - 12km
Tag 1 Blankenb.-Sülten (komplette Truppe) - 9km
Tag 2 Sülten-Rühn - 30km
Tag 3 Rühn-Werle - 18km
Tag 4 Werle-Pölchow - 19km

Kartenskizze

 


3 - Die Tour in Wort und Bild

Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Intro

Ich glaube schon seit 2005 steht die Warnow auf unserm Paddelwunschzettel. Und zu Ostern 2006 waren sogar schon die ersten bei extrem hohem Wasserstand dort. Der Rest wollte es aber lieber bei höheren Temperaturen machen. Tja und dann, standen erstmal andere Reviere auf dem Programm und anschließend war die Warnow länger als geplant genau in der Mitte wegen einer Baumaßnahme der Deutschen Bahn gesperrt. Aber was lange währt wird endlich gut. Jedenfalls war es wettertechnisch nahezu perfekt und der Fluss hielt auch was wir uns von ihm versprachen.

Wegen der gute Bahnanbindung auch nach Rostock entschieden wir uns für eine Befahrung der Warnow über den Brüeler Bach.


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Freitag

Teile der Paddeltruppe fanden sich schon am Do. Abend in Blankenberg am Tempziner See ein. An sich ist das im Sommer immer eine gute Idee schon am Vorabend anzureisen. Diesmal wurde aber ein verhängnisvoller Fehler gemacht. Die Autofahrer kamen auf die naheliegende Idee mit den Autos zum Entladen auf die Dorfeigene Badestelle zu fahren. Schnell gab es von den Einheimischen eine gelbe Karte - was ja auch völlig ok ist zu mal der Parkplatz am Strand ja nicht umsonst angelegt wurde. Was nicht ok war ist der Umstand, dass am anderen Morgen ein Reifen zerstochen war und die Tankdeckel von zwei Autos am Ende der Tour aufgebrochen und verschwunden waren.

So konnten sich die Nachzügler am Fr. Vormittag viel Zeit beim Aufbau der Boote lassen - um einen neuen Reifen zu bekommen muste man leider nach Wismar fahren.

Die zusätzliche Zeit war auch nötig weil der Erstaufbau eines Ladoga1 zu bewerkstelligen war. Und der ist legendär schwierig, zeitaufwändig und kosten viel Blut, Schweiß und Tränen. Aber wenn das Boot steht und im Wasser liegt hat sich die Mühe gelohnt.

Der zeitliche Verzug gab Christoph die Möglichkeit zu einer kleinen Sondertour von Neukloster über den Temnitzbach. Aber die Tour ist wirklich mühsam und er war sehr froh mit einem leeren Pascha (10kg) unterwegs gewesen zu sein. Mit den übliche Wanderboote wäre das nicht machbar gewesen.

Stefan genoss als letzter Blankenberg verbliebender Do-Anreiser das gute Wetter und erledigte noch ein paar Tuningarbeiten am Vuoksa.

Gegen 16:00 Uhr waren dann wieder alle da und auch startklar. Aber so schnell gings doch noch nicht los. Das Telefon klingelt - Mecke ist drann - oh du bis in 15min am Bhf Blankenbert? Ja klar wir warten noch eine halbe Stunde auf Dich.

Eigentlich wollte er uns am abend per Anhalter oder Taxi erreichen - aber so ist es natürlich bequemer und Stefan muss nicht alleine im Vuoksa paddeln.

16:30 Start - endlich - vier Stunden Verspätet das hatten wir auch noch nicht aber egal jetzt wird entspannt.

Der Brüeler Bach ist ein schöner Wald und Wiesen Bach. Wirklich ein Bach und mit Sicherheit nicht immer zu Befahren. Selbst jetzt am Ende des Frühlings mussten wir manchmal treideln. Mit Hindernissen in Form umgefallener Bäume muss man auf solch schmalen Bächen immer rechnen, so auch hier (Bild). Ist ja kein Problem aber selbst der erfahrenste Paddler kann mal ausrutschen - Christoph hat erwischt - trotz leichten Bootes und sicher schon 1000-fach in ähnlichen Situationen gewesen - landete der Gute im Wasser. Naja da weiß man warum man immer einen Beutel Wechselsachen mit sich rumschleppt, den man eigentlich nie braucht.

Das Umtragen in Brüel erwies sich dann als sehr zeitaufwändig. Die in der Karte vorgeschlagende Einsatzstelle war nicht machbar - die folgeden 500 Meter wären für unser Faltboote kein Vergnügen gewesen (Bild!!!) bei HW sicher befahrbar aber so sicher nicht. Die Umtrageaktion dauerte über eine Stunde (nicht genug Bootswagen) - wurde aber mit Eis aus dem Supermarkt versüßt.

Nun musten wir uns langsam um ein brauchbares Nachtlager kümmern. Einen halben Kilometer vor Weitendorf (Mündung in die Warnow) fand sich ein ganz guter Platz zum übernachten. Damit waren wir nur ca. 5-6 km vom ursprünglich geplanten Mindesttagesziel entfernt, trotz späten Starts und der beschriebenen Hindernisse.

Als die Zelte standen und das Feuerholz gesammelt war bekamen wir Besuch vom Freund und Helfer - es sollte doch wohl kein Schutzgebiet hier sein - die Karte zeigte jedenfalls nichts. Aber nein die Kollegen wollten nur mal nach dem rechte schauen und wünschten uns eine gute Fahrt.

Im Dunklen machte ich mich mit Stefan noch auf die Suche nach dem ersten Geocache der Tour - das ist in stockdunkler Nacht eine Echte Herausforderung, vor allem waren die Hinweise wirklich schwer zu erkennen, aber Stefan ist inzwischen ein echter Fuchs und die Nachtwanderung dann doch von Erfolg gekrönt.

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Auf einiges hätten wir aber versichte können.


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Sonnabend

Was wird uns der heutige Tag bringen - der legendäre Warnowdurchbruch - die Wildwassertrainingsstrecke in Eickhof (vielleicht wagt man es mit dem Pascha) - Andre aus dem fernen Freiburg will den Wikingern einen Besuch abstatten. Es wird spannend.

Kurz nach dem Start mündet der Brüeler Bach in die Warnow - nach vielen Jahren sind wir nun endlich auf der Warnow, das Wetter ist ein Traum und die Strecke wirklich schön.

Gegen Mittag meldet sich André und sagt für heute ab - Anreise funktioniert nicht so wie gedacht - aber Morgen ist er dabei. War uns ganz recht da wir ja ein wenig hinter unserem Etappenplan hinter her waren und so keinen Stress machen mussten.

Die Warnow ist hier schon ein richtiger kleiner Fluss mit merklicher Strömung, daher war der Warnowduchbruch schneller erreicht als gedacht - nur so spektakulär wie erwartet war es dann doch nicht - klar, ein paar Steine aber eigentlich viel Platz. Da der Wasserstand nicht sehr hoch war musste sich nur die passene Fahrrinne in der Strömung suchen. Wir konnten uns im Nachhinein nicht vorstelle, dass es hier regelmäßig Kenterungen gibt. Selbst wenn man hier kentern würde ist die Warnow so flach, dass man höchstens bis zu den Knien im Wasser steht. Als Andre, Jana und Jan vor ein paar Jahren im April hier waren, gab es soviel Wasser, dass sie den Warnowdurchbruch überhaupt nicht bemerkten.

Schwieriger war da schon dieser blöde Eisengittersteg ein paar km stromabwärts. Von Aussen betrachtet waren unsere Bemühungen dieses unnütze Ding zu unterqueren wahrscheinlich sehr lustig anzuschauen.

Dann kam Eickhof - die Umtragestelle an der WW-Trainingsstrecke. Eins Schild verbietet Wasserwanderern das Befahren ausdrücklich.

Nutzen die Gelegenheit für eine ausgiebige Pause, sind ja heute schon gut vorwärts gekommen. Die großen Boote werden schon mal an Land gebracht. Die kleinen leichten Paschas bleiben noch oberhalb der WW-Strecke im Wasser liegen - Nachtigal ick hör dir trapsen. Christoph überlegt sofort die Strecke zu befahren. Ich bin mir noch unschlüssig. Im Gegensatz zu der mir bekannten WW-Trainingsstrecke in Sömmerda sind hier die Stufen in viel kürzeren Abständen und man erkennt die folgende nicht so gut im Voraus. Man muss ich die Fahrlinie also vorher einprägen oder schnell reagieren. Der Schnellreagierer bin ich nicht - da fehlt mir im WW einfach die Routine. Ich handel nicht intuitiv sondern muss mir jeden Paddelschlag erst überlegen. Naja lassen wir Christoph mal vorfahren und entscheiden dann.

Christoph unterschätzt die Strecke auch nicht, er schaut sich das ganze sehr intensiv vom Land aus an bevor er sich mit in seinen kleinen Russen setzt. Mecke und Rosi stehen mit Wurfsack am Ufer - und los gehts. Routiniert und völlig tiefenentspannt kommt er unten an nur einmal gibt es eine sichtbare Steinberührung vom Boot. Ja das sah doch garnicht so schwer aus. Nun bin ich dran.

Bis zu Schluss bin ich nicht ganz sicher, soll ich oder soll ich nicht. Naja wozu habe ich denn dieses Boot - man sollte schon mal probieren was so damit geht. Hier habe ich Hilfe wenn es schief geht und bei dem Wetter macht es auch nichts wenn man nass wird. Aber der Adrenalinspiegel war nicht ohne. Eigendlich ging es dann ganz gut, allerdings sehr zaghaft wie immer wenn ich mich ins WW wag. Fast unten habe ich die Ideallinie dann doch verlassen bin aber mit einem kräftigen Rums doch garade so zwischen zwei dicken Steinen hindurch gerutscht.

Inzwischen waren die anderen mit dem Umtragen auch fertig und es ging weiter. Ein paar Kilometer später wurde es zunehmend feucht in meinem Boot, bald saß ich regelrecht im Wasser und nun war klar der Rums vorhin war nicht ohne Folgen - verdammter Dreck! Die Lecks waren so klein dass ich wahrscheinlich bis zum Tagesziel komme ohne abzusaufen. Lange Pausen will ich mir aber nicht mehr leisten und drücke aufs Gas.

Der erste Wasserwanderrastplatz am Wegesrand (bei Rühn im linken Altarm) ist mehr als unromatisch - stinkender, sumpfiger Altarm - direkt an der Straße.

In meinem Boot steht das Wasser inzwische 5 cm hoch und bedroht auf Dauer auch den Inhalt meiner Packsäcke - aber 1,5 km bis zum nächsten Rastplatz schaffe ich noch - den Sack mit Schlafsack nimmt mir die Vuoksabesatzung ab.

Dummerweise ist Rosi während wir im Altarm waren schon an uns vorbeigerauscht und fährt deshlab auch am kommenen Rastplatz vorbei.

Der ist nach 20 min erreicht und liegt richtig schön im offenen Wald auf der rechten Warnowseite. Den Pascha aus dem Wasser zu bekommen ist mit den 30 Litern Zusatzgewicht auch nicht mehr ganz so einfach wie gewohnt.

Kurz nachdem alle Boote an Land ware kam auch Rosi an, pfiffiger Weise ist Sie nicht weiter blind gradeaus gefahren und relativ früh wieder zurück gepaddelt.

Am Pascha waren zwei kleine Perforationen auf Höhe des ersten Spants zu endecken und nach Trocknung mit Panzerband zu flicken - kein Problem.

Ja das war ja der angekündigt spannende und aufregende Tag mit einer erstaunlichen Fahrstrecke von 30km.


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Sonntag

Durch die 30 km vom Vortag waren wir nun wieder fast im "Zeitplan". Das ist Schön und läst einen entspannter weiter paddeln. Nächster nennenswerter Zwischenstop wir Bützow. Dort könnte Andre auf uns warten und wir haben vielleicht die Chance auf frisches Brot und Brötchen.

André meldet sich zwar, wird aber erst am Nachmittag zu uns stoßen. Aber der Bäcker hat noch auf und leckeres Eis gibt es in Bützow auch.

Der Graben zum Bützow See ist offen - damit können wir uns das Umtragen in Bützow sparen und nutzen den Wasserwanderrastplatz am See gleich für ein zweites Fühstück.

Weiter gehts durch offenes Land mit viel Schilf und viel Sonne auf den Kopp. Die bekommt nicht jedem und so machen wir heute schon nach 16 km gegen 16:00 Uhr schluss. Der Platz (Hohes Ufer, sehr offen) ist nicht ideal aber heute heist es Rücksicht nehmen.

Den André konnten wir an einer Straßenbrücke 2 km zuvor einsammeln - war ein richtig gutes Timing. Zwar hatte er sich auf ein paar mehr Paddelkilometer gefreut aber als Ausgleich für die entgangenen gemeinsamen Kilometer durfte er eine Runde mit meinem neuen Pascha drehen. Er fand es wohl ganz witzig und vom Gefühl völlig anders. Ist ja klar wenn man sonst nur einen Vuoksa 3 gewohnt ist.

Am Abend saßen alle relativ erholt bei fast Vollmond am Feuer und erzählten sich Geschichten von Paddelabenteuern und Krankheiten (???).


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Montag

Ja der letzte Tag nun war guter Rat teuer wie sieht der Plan für heute aus?

  • Rostock ist mit fast 30 km, sinnvoll nicht mehr zu schaffen
  • Schwaan mit 8 km etwas wenig
  • bleiben nur noch kleinere Orte mit Bahnanschluss dazwischen - Pölchow (18km) sieht ganz gut aus

Aber wann fahren die Züge? Wir schicken den schnellen Christoph eine halbe Stunde vor dem Aufbruch der Armader schon mal in die Spur um sich am Bhf Schwaan kundig zu machen.

Der Rest der Truppe müht sich den zusätzlichen Paddler mit seinem Gepäck sinnvoll unter zu bringen.

Da wir heute zügig vorwärts kommen müssen und Mecke auch mal den Pascha probepaddeln will kommt es zu einem wilden Wechsel der Besatzungen.

  • Ich nehme vorerst die langsame Gummiwurst von Adrian
  • Mecke sitzt im Pascha
  • Adrian, Stefan und Andre im Vuoksa - oh das wird eine Rackete

So bleibt es bis zum Sandgarten-Camp vor Schwaan. Da wird wieder gewechselt. Mecke stellt fest eine Rackete ist der Pascha natürlich nicht und weitere 12 km schafft er das Tempo der anderen nicht. Neues Wechselspiel:

  • Ich wieder im Pascha
  • André in der Gummiwurst (er sagt - Boot ist egal hauptsache es schwimmt)
  • Adrian, Mecke und Stefan im Vuoksa

Inzwischen hatte Christoph alle relevanten Bahnverbindungen am Bhf. Schwaan in Erfahrung gebracht - es wirde gut funktionieren aber trödeln dürfen wir nicht.

André war inzwischen mit der Gummiwurst doch nicht so recht zufrieden aber andere Varianten waren nicht denkbar die körperlich schwächeren waren schon alle im Vuoksa untergebracht und ein Pascha ist auch nicht schneller. Während Paschas und Gummiwurst an den Grenzen des auf Dauer machbaren waren (ohne sich zu überanstrengen) fährt der druch 3 Mann angetriebene Vuoksa locker mit 7,5km/h dem Ziel entgegen - viel zu schnell für den Rest der Truppe - darauf aufmerksam gemacht nutzt Stefan sein GPS zur Geschwindigkeitskontrolle, was Christoph zu einer spitzen Bemerkung Thema "Technik - Paddeln - Gefühl fürs Boot" verleitet. Eine passene Erwiederung von Stefan ließ nicht lange auf sich warten. Aber schnell war wieder Frieden.

Anlegen in Pölchow - der Bhf. ist ganz nahe - bevor die Autofahrer los machen werden noch ein paar Dinge umsortiert und ein Happen gegessen und dann geht alles ganz fix und weg sind sie.

Inzwischen demontieren Christoph, Mecke und ich alle Boote und machen uns schon mal "stadtfein" für die Rückfahrt. So vergehen fast 2 Stunden bis alles zum Abtransport bereit ist, nur die Autos fehlen, nach einer weiteren halben Stunde nehmen wir telefonischen Kontakt auf - dann die Hiobsbotschaft. An zwei Autos wurden die Tankdeckel aufgebrochen. Um auf der sicheren Seite zu sein (technisch wie auch versicherungsmäßig) haben Sie Polizei und ADAC verständigt. Und das führte natürlich zu Verzögerungen.

Ich spare mir jetzt die Details, nur soviel eventuell war es immer noch ein "Racheakt" für die Befahrung des Strandbades (Adrians Auto wurde ja verschont) und abgesehn von den verschwundenen und beschädigten Tankanlagen war nichts zu beanstanden (kein Zucker im Tank oder abgezapftes Benzin). Wie sagte Stefan so schön - ... unter Erfahrung abhaken ...-

Nun aber ab nach Hause.


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Fazit

Die Warnow erwies sich als ein prima Fluss mit einiger Abwechslung, sogar einigen Seen. Unsere Reise begann auf dem 3 m breite Brüeler Bach und endete auf der 30 m breite Warnow kurz vor Rostock. Sie ist auf langen Strecken familientauglich, wenn sich der Warnowdurchbruch so präsentiert wie bei unserer Tour. Die Umtragestrecken halten sich sehr in Grenzen und stellen kein großes Problem dar. Bei hohem Wasserstand kann man eventuell Probleme mit der Durchfahrt an niedrigen Brücken bekommen.

Bei nächster Gelegenheit wird die Zweite Variante ab Barnin (Bhf. Crivitz) sicher in Angriff genommen.


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Freitag

 


Raum für den Inhalt von class "column2a-unit-left"

»Freitag